Sieben auf einen Streich
Cytat z Uwe data 8. kwiecień 2026, 11:29Sieben auf einen Streich
--- ein wunderbarer Erfahrungsbericht von Regina ---
Märchen sind etwas Schönes und so kam ich schon vor der Reise auf diese Überschrift - vorausgesetzt, alles klappt so, wie geplant.
Der Schneider will in der Werkstatt sein mit Mus bestrichenes Brot essen. Fliegen belästigen ihn und so erschlägt er alle sieben.
Sonnabend, 21.03.
Um 8:40 Uhr fahren wir zum S-Bahnhof Spandau. Es empfängt uns eine nette, freundliche Dame der Msz und es geht mit dem Zug nach Köln, wir freuen uns über den servierten Cappuccino und Speisen später unsere mitgebrachten Brote. Die Ansage vor dem Ausstieg „Bitte schauen Sie unter und zwischen den Sitzen, dass Sie nichts und niemanden vergessen.“ Bringt uns zum Schmunzeln.
In Köln müssen wir nur ans gegenüberliegende Gleis und der Herr von der MSZ hilft uns in einen früheren Zug nach Kall. Dort haben wir statt einer Viertelstunde, 30 Minuten Wartezeit. Weiter geht es mit dem Bus bis Vogelsang I P Walberhof, Schleiden, wo wir wieder eine halbe Stunde warten müssen. Die Zeit wird durch den Sonnenschein etwas versüßt. An der Haltestelle Seeufer in Rurberg angekommen, hätte es eigentlich nur die Straße geradeaus bis zum Hotel sein sollen. So lautete Karls Beschreibung. Doch da Roland schon vorher Google Maps gestartet hat, merken wir, dass wir ganz woanders stehen. Später finden wir auch eine Baustelle. Wir vermuten, dass die Haltestelle verlegt wurde und andere Gäste führen uns dann über Wiesen zum Hotel Paulushof.
Wir sind nun in der Eifel und die Grenze zu Belgien liegt nur Luftlinie 7,5 Kilometer entfernt
Wir beziehen unser schönes Zimmer mit Balkon und Seeblick.
Fürs Abendessen hatte ich einen Tisch reserviert, heute ist irischer Abend. Entsprechend fallen auch die Gerichte aus. Roland wählt als Vorspeise eine irische Kartoffelsuppe und zum Hauptgang eine Wirsing-Roulade gefüllt mit einem Gemisch aus Lamm und Rinderhack. Ich nehme einen Guinneess Stew, das ist der klassische Eintopf, das Nationalgericht der Iren. Es beinhaltet Lammfleisch, Zwiebeln, Kartoffeln und Möhren.
Da wir satt sind, werden die Aperitif zum Dessert für uns, Whisky gemischt mit Gingerale oder Tonic - mit 90 € alles in allem auch ein ganz guter Preis.
Sonntag, 22.03.
Wir nehmen Platz im großen Frühstücksraum, direkt mit Blick auf den Rursee. Die Bedienung notiert unsere Bestellung und es gibt alles erdenklich Gute, was man für ein gelungenes Sonntagsfrühstück braucht: Rührei, Speck, Antipasti (Oliven, getrocknete Tomaten, gefüllte Paprika und Pilze), Wurst, Käse, Brötchen, Joghurt, Obstsalat und Säfte. Erstaunlich ist nur, dass der Cappuccino diesmal nicht inklusive ist.
Wir haben verabredet, dass wir unsere großen Rucksäcke zurücklassen. Ich hatte Zuhause den größten gewählt und so passte mein kleiner Tagesrucksack schon gepackt hinein. Aus dem Hotel heraus und schon stehen wir auf der Straße „Seeufer“, der wir nach links folgen. Der Rursee zur rechten. Die Sonne ist schon da. Die Tour führt uns heute größtenteils auf Asphalt. Circa 4 Kilometer auf Breiteren Waldwegen. Laut Karls Beschreibung sollten dann wieder Waldwege folgen, aber zum Glück wurden diese schon asphaltiert, so können wir sie besser ertasten.
Beim herrlichen Wetter an diesem Sonntag treffen wir Viele Radfahrer und Wanderer. Nur gut, dass wir an diesem Frühlingstag und nicht im Sommer hier sind.
Die GPX-Datei stellt uns leider etwas zu früh ab, nämlich am Dormio-Hotel. Doch Dank Google Maps und Fragen finden wir auch die letzten 900 Meter zur Pension Diefenbach in Heimbach. Sie liegt am Hang und da wir schon um kurz vor 15:00 Uhr nach 18 Kilometern am Ziel sind, nehmen wir Platz auf der Terrasse mit Süd blick. Roland genehmigt sich Bier und ich eine Orangen- und Zitronenschorle sowie einen Cappuccino.
Als die Sonne 1,5 Stunden später verschwindet, gehen wir ins Zimmer und ich telefoniere mit meiner Freundin Bianca, die auch bei den letzten Seeumrundungen in der Nähe von Leipzig mit dabei war.
Das Abendessen für heute haben wir vorbestellt, es gibt Buffet. Der nette Gastwirt bringt alles an den Tisch. Als Vorsuppe wird eine Karotten-Ingwer-Suppe gereicht. Es folgt ein Schälchen mit Salat, Croutons, garniert mit zwei Eihälften. Zum Hauptgang gibt es Wild-Bulette, Wildschweinrücken an Knoblauchkartöffelchen und Wirsinggemüse. Das Dessert ist auch liebevoll zusammengestellt. Auf einem Teller stehen drei Gläschen gefüllt mit: Panna Cotta, Himbeer-Schokoladen-quark und einem kleinen Stückchen Schokokuchen.
Unser Gastgeber bewirtschaftet alles ganz allein. Wir bewundern ihn wirklich dafür, denn er begrüßt jeden mit einer sehr netten und zuvorkommenden Art und es macht nie den Eindruck, dass er im Stress ist.
Montag, 23.03.
Zum Frühstück gibt es hier auch alles, auch wenn die Brötchen etwas einfacher gehalten sind. Sehr erfrischend ist der Naturjoghurt mit Obst wie Ananas und Melone. Kurz vor zehn Uhr zeigt uns Tobias (unser Gastgeber) den Einstieg in die Tour. Zwar startet die Beschreibung an der Pension, aber die GPX-Datei am falschen Punkt. Wir verabschieden uns und folgen einen kurzen Stück der Landstraße. Wenig später wandern wir auf einem schönen breiten Waldweg, den wir fast der gesamten Tour folgen. Wir treffen nur wenige Radfahrer. An manchen Stellen hören wir das Rauschen von Bächen. Gegen Kilometer zehn sind wir dann wieder im Ort Rurberg, gehen über die Staumauer und stehen dann kurz nach 13:00 Uhr wieder am Hotel Paulushof.
Heute waren es 11 Kilometer bei sonnigen 13° und wir haben den Rursee, er ist der drittgrößte in NRW, mit insgesamt 430 Höhenmetern umrundet.
Wir nehmen die Rucksäcke in Empfang und dürfen wieder unser Zimmer 103 beziehen. Es ist, mit einem Tischchen und zwei Sesseln sowie Wasserkocher und Tee, wirklich gut eingerichtet. Wir setzen uns für einen Moment auf den Balkon in die Sonne und gehen dann runter ins Restaurant. Nach einer Saftschorle gönnen wir uns ein Knusper-Eis. In einer Form wurden Beeren mit Crumble (Streusel) überbacken und darauf ist eine Kugel Vanilleeis mit knusprigem Müsli angerichtet. Anschließend geht’s noch einmal aufs Zimmer. Nun haben wir Zeit, denn wir sind heute Abend mit meiner Freundin Josi verabredet. Wir reservieren beim Griechen fürs Abendessen. Sie können erst zu 19:30 Uhr kommen und unser Hotel schließt um 20:30 Uhr die Küche.
Dirk, der Mann von Josi, holt uns um 19:00 Uhr ab. Witzig ist, Josi und Dirk waren erst vor drei Tagen in diesem Restaurant.
Ich freue mich sehr, dass Josi ihren Hund Jinja mit dabeihat.
Zur Vorspeise wählt Roland ein Knoblauchbrot und zum Hauptgang nehmen wir gefülltes Schweinefilet mit Schafskäse. Zum Schluss noch der typische Ouzo und mit 50 € fällt die Rechnung doch günstig aus.
Dirk fährt uns anschließend wieder ins Hotel zurück.
Dienstag, 24.03.
Gut gestärkt machen wir uns um kurz nach neun auf den Weg, Sonnenverwöhnt von den vorangegangenen zwei Tagen ist es am Morgen mit 3 Grad recht kühl. Diesmal geht es aus dem Hotel rechts herum, unter anderem über den Paulushofdamm, eine Staumauer, die wir schon von der Umrundung des Rursee kennen. Die beiden Seen grenzen aneinander. Heute wollen wir um den Urftsee, der sich zur Rechten befindet. Bei den ersten Wanderkilometern folgen wir dem Seeufer und können immer wieder die Rufe der Schwäne hören. Auch passieren wir kleinere Bäche. Nach einer der Brücken geht es auf der Straße „Vogelsang“ tüchtig steil bergauf, bis wir in den Ort nach 12 Kilometern zur Bushaltestelle „Vogelsang IP Kulturkino“ kommen. Es ist 12:30 Uhr und wir hatten im Vorhinein überlegt, wenn wir gut vorankommen, heute gleich beide Etappen zu wandern. Morgen soll es regnen, eine 100-prozentige Regenwahrscheinlichkeit zeigt die Wetter-App.
Also beginnen wir die zweite Etappe. Wir kommen durch das MS Hitler-Gelände und im Tor ist es sehr windig. Schwierigkeiten bereitet uns der Kreisverkehr, wir sollen die Bundesstraße B266 überqueren und dann halbrechts auf den Radweg abbiegen. Der erste Herr, den wir fragen, schickt uns auf den falschen Weg. Dann steht ein Auto dort und einer der beiden Herren, er arbeitet im Nationalpark, begleitet uns auf die richtige Route. Nun geht es für circa 4 Kilometer auf einem geschotterten Weg häufig bergab, rechts hören wir die Bundestraße. Irgendwann müssen wir ihr und einer Landstraße auch für längere Zeit folgen, was sehr anstrengend ist. Endlich können wir sie verlassen und ein kurzer steiler Waldweg führt uns bis zur Straße „Am Rurseezentrum“., nun sind es nur noch wenige 100 Meter und wir biegen nach rechts auf die Straße Seeufer ab. Um 15:45 Uhr haben wir die 24 Kilometer mit fast 500 Höhenmetern geschafft und nehmen, die Sonne ist schon verschwunden, auf der Terrasse bei Saftschorle und Cappuccino Platz. Danach geht’s ins Hotelzimmer und Muskeln bei einer heißen Dusche entspannen.
Zum wohlschmeckenden Abendessen trinke ich einen irischen Cider, zubereitet aus Apfelsaft, Orange, Zimt und Nelke. Er wird erst bei 80° gekocht und dann lange ziehen lassen. Er wurde kalt serviert.
Als Vorspeise nimmt Roland eine Monschauer Senfsuppe, danach für jeden ein Schnitzel mit Monschauer-Senfkruste. Die Senfsoße wird in einem Kännchen separat serviert. Roland probiert noch einen Senf-Brand, dessen Aroma und Geschmack sich schlecht beschreiben lässt. Ich bleibe bei Pflaume.
Mittwoch, 25.03.
Wir genießen noch einmal das Frühstück zum Preis für 18,50 €, für mich mit Speck und Antipasti. Danach begleitet uns die nette Mitarbeiterin zur Haltestelle, denn aufgrund der Baustellen können wir den Weg dorthin nicht finden. Nun geht es mit dem Bus nach Aachen, wobei wir am Busbahnhof Simmerath den Bus wechseln müssen; im Fahrplan ist das so nicht vorgesehen, aber der Fahrer sagt, er braucht Pause. In Aachen selbst haben wir nur sieben Minuten Umsteigezeit, nicht einmal das, weil der Bus mit leichter Verspätung eintrifft. Mit einer Punktlandung sind wir in der Regionalbahn und es geht weiter nach Köln, Mühlheim. Hier geht es ganz entspannt zu und wir nehmen die S-Bahn nach Bergisch Gladbach. Aber da auch Bahnreisen mit Abenteuer verbunden sein muss, haben wir hier nur 4 Minuten, um zum Bus 427 in Richtung Wipperfürth zu finden. Zum Glück grenzt der Bahnsteig gleich an die Bussteige an. Auch wenn ein hilfsbereiter Passant uns erst den Bus 426 nach Wipperfürth zeigt, sitzen wir schließlich dann doch im richtigen. Dann sind es von der Haltestelle „Bechen Mitte“ in Kürten nur wenige Meter bis zur Unterkunft „Gästehaus beim Prinz“. Diese liegt in der stark befahrenen Odenthaler Straße. Wir rufen an, da wir den Eingang nicht finden, wir stehen vor dem Restaurant. Der Eingang zum Gästehaus ist etwas zurückversetzt. Wir beziehen unser großzügig eingerichtetes Zimmer und hören Podcast.
Zum Abendessen finden wir, denn den Eingang zum Restaurant kannten wir ja schon vom Nachmittag. Ich nehme vorweg eine Hühnersuppe, Roland überbackenen Schafskäse. Zum Hauptgang nimmt er ein mit Schafskäse gefülltes Steak und ich Schweinemedaillons an Spargel und Reis. Zur Verdauung gibt’s Slibowitz.
Donnerstag, 26.03.
Wie verabredet, werden wir um 9:00 Uhr zum Bäcker begleitet, der nur wenige Meter vom Hotel entfernt liegt. Die Dame am Vortag konnte uns diese Situation aufgrund fehlender Sprachkenntnisse nicht schildern.
Die großen Rucksäcke bleiben zurück und die gepackten Tagesrucksäcke sind mit dabei. Wir teilen uns ein Käse-Verwöhn-Frühstück: mit Schnitt-, Streichkäse und Tomate Mozzarella sowie zwei Brötchen passt das auch. Da wir keinen Platz im Rucksack, aber noch ein bisschen im Bauch haben, gibt es für jeden eine Pudding-Brezel und einen Cappuccino. Die nette Dame vom Hotel zeigt uns die Bushaltestelle, da wir wieder über einen Kreisverkehr müssen. So fahren wir in 12 Minuten mit der Linie 427 in Richtung Wipperfürth zum Hutsherweg. Um 10:30 Uhr starten wir dann auf die Tour, entgegen der Fahrtrichtung des Busses. Kaum losgelaufen, erwischt uns der erste Schauer. Auf Waldwegen geht es nun um die Große Dhünntalsperre. Regen und zum Glück immer wieder sonnige Abschnitte wechseln sich ab. Auch heute geht es rauf und Tüchtig auf steilen wegen wieder runter. Doch während der letzten Dreiviertelstunde wird das Wetter ziemlich turbulent. Der eisige Wind wird heftig, fast stürmisch und der Regen wird zu Schnee. Eisige Schneeflocken beißen im Gesicht.
Nur gut, dass es nicht mehr weit ist. Dann sind wir um kurz vor 16:00 Uhr nach 17 Kilometern auf dem Gelände des „Seminar- und Tagungshotel Große Ledder“.
Bei der Suche des Einganges zur Rezeption landen wir erst in der Küche, auch gut, wir reservieren gleich fürs Abendessen einen Tisch. Die Rezeptionistin zeigt uns unser Quartier im Herrenhaus, wo wir unser großzügig, total toll duftendes Zimmer beziehen. Eine riesige Dusche gibt es auch, wo wir uns aufwärmen können.
Zum Abendessen lassen wir uns abholen, wir mussten ja übers Gelände gehen.
Es gibt ein Buffet mit allerlei Vorspeisen wie Antipasti, Makrele, Kartoffelsalat, Rindfleisch mit Möhren und einiges mehr. Zum Hauptgang kann man zwischen Lamm-Roulade mit Möhren an Bulgur, Indisch verfeinertes Rotbarschfilet mit frittiertem Blumenkohl und Reis oder einer vegetarischen Pizza wählen. Ich nehme Ersteres und Rolo Zweiteres Gericht. Danach für mich noch einen Salat und Rolo probiert von der Roulade. Zum Dessert gibt es Stracciatella-Kirsch-Quark und Schokopudding mit Yuzu. Yuzu ist eine aromatische Zitrusfrucht aus Japan.
Alles schmeckt ausgezeichnet! Obwohl Buffet ist, bringt uns der nette Kellner alles an den Tisch, ohne unsere Blindheit und den Mehraufwand für ihn zu thematisieren.
Freitag, 27.03.
Zum Frühstück entscheiden wir uns für einen Mango Smoothie, Rolo für Omelette ich für einen Fischsalat und Käse. Zum Dessert Obstsalat mit Joghurt bzw. einen feinen Orangen Quark mit Schokolade. Beim Hinweg zum Frühstück stellen wir fest, dass wir hätten im Haus selbst lang gehen können, also der Gang draußen zum Essen wäre gar nicht notwendig gewesen. Aber wir wurden ja abgeholt.
So geht es zum Bezahlen zur Rezeption und kurz nach neun machen wir uns bei einem ° und Sonnenschein auf den Weg. Zurück wieder die 1,5 Kilometer auf den Straßen und dann geht es auch bald in das erste Waldstück. Immer wieder wechseln sich Passagen im Wald und auf Straßen ab. Natürlich ordentlich bergauf und wo es hochgeht, geht es auch wieder runter. Zum Schluss müssen wir für längere Zeit der Bundesstraße folgen. Die Lautstärke raubt ordentlich Energie, aber zeitlich passt alles. Um 14:30 Uhr stehen wir nach 19 Kilometern wieder im Sonnenschein an der Bushaltestelle „Hutsherweg“. Diese Talsperre hatte es mit 750 Höhenmetern in sich. Wir fürchten schon, aber der Bus trifft dann doch noch ein, mit 10 Minuten Verspätung. Er fährt nämlich nur stündlich.
Die Haltestelle „Bechen Mitte“ ist ganz nah beim Eingang zum Gästehaus, wo wir die kleinen in die großen Rucksäcke stecken. Die Rezeptionistin begleitet uns noch einmal zum Bäcker. Dort gönnen wir uns Cappuccino und Milchkaffee. Roland wählt eine Erdbeerschnitte und ich Baileys-Torte mit Himbeeren.
Die Verkäuferin vom Bäcker bietet die Begleitung zur Bushaltestelle an, was wir dankend annehmen.
Mit dem Bus 427 geht es dann nach Wipperfürth zur Haltestelle Hochstraße. Wir fragen drei Jugendliche. Sie sagen: „Wir haben sowieso nichts vor.“ Wir: „Das passt ja perfekt. Jetzt gibt es eine Aufgabe.“ Gemeinsam suchen wir die gebuchte Unterkunft, die Ferienwohnung am Markt, die hinter einem Tor und einem schmalen Gang zwischen dicken Mauern hindurch etwas verborgen liegt. Wir beziehen das tolle Apartment mit Sitzbereich, Küchenzeile und Schlafzimmer.
Zum Abendessen geht‘s ins wenige Meter entfernte Brauhaus. Roland wählt die Brauhaus-Nudeln, mit Pilzen und Pute. Ich den Brauhausburger mit Senfsoße und Speck. Dann schauen wir noch das Fußballspiel Deutschland gegen die Schweiz.
Sonnabend, 28.03.
Heute frühstücken wir in der Ferienwohnung. Es gibt den mitgebrachten Kaffee und für jeden eineinhalb Vanillewaffeln.
Dann machen wir uns auf den Weg zu unserer nahe gelegenen Bushaltestelle „Hochstraße“. Tackern ist zu hören, es gibt Infosäulen für blinde mit Informationen zu den Bussen. Mit der Linie 336 fahren wir zum Kreishaus Remscheid, da sie verspätet ist, haben wir den Anschluss verpasst und steigen am Bahnhof Remscheid um. Nun, innerhalb einer Minute mit An- und Abfahrt um 11:15 Uhr, so kann man keinen ÖPNV planen. Der Busfahrer zeigt uns die Haltestelle. Irgendwann sagt Roland: „Wer weiß, ob wir an der richtigen Haltestelle stehen. Lass uns lieber fragen.“ Wir erkundigen uns und tatsächlich, wir stehen an der falschen. Nach über 50 Minuten trifft die Linie 671 zum Busbahnhof Radevormwald ein.
So brauchen wir für die Anfahrt zur Haltestelle „Wupperdamm“ zwei Stunden und starten zu 12:30 Uhr die Tour um die Wuppertalsperre. Als wir loslaufen, regnet es ziemlich stark. Da fragt man sich schon, ob das wirklich sein muss. Aber umdrehen ist nicht, die Anfahrt war einfach zu aufwändig.
Wir folgen auf Straßen und nach drei Kilometern, inzwischen sind wir im Wald angekommen, hört endlich der Regen auf. Heute treffen wir sogar wenige Spaziergänger – dass bei diesem Wetter. Die Wuppertalsperre liegt zur linken. Gute 3 Stunden später stehen wir wieder an der Haltestelle, kurz vor Ende werden wir nochmals nass. Aber an der Haltestelle angekommen, regnet es zum Glück nicht. Das ist auch gut so, denn es gibt kein Wartehäuschen.
Heute haben wir leider den Bus gerade um 5 Minuten verpasst. So müssen wir warten und steigen diesmal am Kreishaus um. Der Fahrer lässt uns noch wenige Minuten länger im Bus sitzen. Er wendet am Bahnhof und so stehen wir am Kreishaus auch gleich an der richtigen Haltestelle. Diesmal dürfen wir nur 30 Minuten auf unseren Anschluss warten. Dann brauchen wir nur noch die Straße herunter und stehen zu 17:30 Uhr wieder vor unserer Unterkunft. Ein kleiner See mit 10,5 Kilometern (185 Höhenmetern) hat nun doch einen ganzen Tag Zeit beansprucht.
Während ich unter der heißen Dusche stehe, checkt Roland das Wetter und die Fahrverbindungen für Morgen.
Heute geht’s zum Abendessen ins Hansa Café. Roland nimmt Schnitzel mit Bratkartoffeln. Ich Bratkartoffeln mit Spiegelei und Salat. Danach gibt’s für jeden noch einen Cocktail, mit Alkohol versteht sich.
Sonntag, 29.03.
Nach Schokowaffeln und Kaffee nehmen wir die erste Busverbindung um 9:20 Uhr. Den Busbahnhof finden wir Dank der akustischen Infosäulen inzwischen gut. Wir fahren bis Gummersbach, wo wir 30 Minuten warten müssen. Weiter geht’s dann bis zur Haltestelle Reichshof, die wir um 11:30 Uhr erreichen. Wir haben für heute umgeplant, da es morgen regnen soll.
Leider hat von Karl die Richtungsangabe des Starts nicht gestimmt. Wir hätten entgegen der Fahrtrichtung starten müssen, so verlieren wir etwas Zeit. Positiv ist, die Sonne scheint bei circa 6°. Die ersten Kilometer geht es auf Straßen, dann meist auf Waldwegen. Diese sind teilweise matschig und an einigen Stellen auch mit Steinen aufgeschüttet. Das läuft sich mit dem Blindenstock nicht so gut. Der rechte Arm schmerzt mehr, als die Beine.
Roland legt einen tollen Wanderschritt vor, denn wir wissen, dass es nur alle 2 Stunden mit kürzerer Wartezeit am Wochenende eine Verbindung nach Wipperfürth gibt. Nach nur 6 Stunden und 23 Kilometern mit 310 Höhenmetern stehen wir wieder an der Start- beziehungsweise Zielhaltestelle und haben die Wiehltalsperre umrundet. Die Talsperre ist mit 2,10 Quadratkilometern genauso groß, wie die Wuppertalsperre, doch ist sie großräumig abgesperrt.
Leider haben wir den Bus um 17:27 Uhr mit 3 Minuten verpasst. So müssen wir eine knappe Stunde warten. Dann können wir aber wieder mit 30 Minuten Wartezeit nach Wipperfürth weiterfahren. Hätten wir den Bus eine Stunde früher bekommen, so wären wir in Gummersbach essen gegangen.
Eigentlich wollten wir auf dem Weg zu unserer Ferienwohnung einen Döner essen. Wir riechen aber die Lokalität nicht und so geht's gleich ins Domizil. Endlich empfängt uns gegen 21:00 Uhr wohltuende Wärme. Eine Bilanz muss ja auch noch sein: heute haben wir über 2 Stunden in der Kälte gestanden, um auf Busse zu warten. Was ist wohl die größere Herausforderung, dass wandern oder die viele Zeit um in der Kälte auf den ÖPNV zu warten.
Wir bestellen über Lieferando Pizza und kurz nachdem ich mit dem duschen fertig bin, wird sie auch schon gebracht. So ist doch die Welt wieder in Ordnung, nach einem guten Essen und völlig durchgewärmt.
Montag, 30.03.
Heute schlafen wir aus und trinken gemütlich Kaffee. Wir bestellen uns ein Taxi. Wenige Minuten später sind wir dann um 13:30 Uhr am Start der heutigen Tour. Da der Fahrer uns nicht direkt auf der Straße „Oberröttenscheid“, sondern daneben vor Häusern abgesetzt hat, müssen wir diese erst suchen. Wir folgen ihr und stehen wenig später an der Neyetalsperre. Sie liegt zur linken. Sie umrunden wir auf Waldwegen. Anfangs wechseln sich Sonnenschein und kurze Regenschauer ab. Gegen Tourende hören wir schon im Nachbartal ein Gewitter grollen und die App hat zu 17:00 Uhr Regen angezeigt. Dieser kommt als wir auf den letzten Metern sind, nämlich auf der Straße „Oberröttenscheid“. So werden wir doch noch tüchtig nass. Ich bestelle auf dem letzten Kilometer unser Taxi, damit es dann mit der Abholung schneller klappt. Welch ein Vorteil, nach 12 Kilometern (120 Höhenmetern) steigen wir ins warme Auto und sind wenige Minuten später in der Ferienwohnung. Auch wenn uns diese Wanderung circa 40 € an Fahrtkosten gekostet hat.
Da heute viele Restaurants geschlossen haben und wir nicht mehr in den Regen hinauswollen, bestellen wir wieder essen. Für Rolo einen Burger mit Dönerfleisch und für mich Nudeln mit Brokkoli.
Dienstag, 31.03.
Wir reisen heute weiter ins Sauerland. Mit insgesamt drei Bussen und drei Zügen. Das versprach schon damals beim Lesen sehr abenteuerlich zu werden. Überhaupt ist es sehr schwierig, sich die Namen der verschiedenen Stationen zu merken, weil immer die Ortsteile angefügt werden. Hier mal ein Beispiel der geplanten Fahrverbindung.
Hochstr., Wipperfürth → Langscheid Brunnenstr., Sundern (Sauerland) am 31.03.2026:
Bus 336 Nach Bahnhof, Gummersbach
- Ab 10:35 Hochstr., Wipperfürth
- An 11:03 Bahnhof, Marienheide
RB25 (10536) Nach Lüdenscheid
- Ab 11:44 Marienheide, Gleis 1
- An 12:12 Lüdenscheid-Brügge(Westf), Gleis 2
RB52 (14666) Nach Dortmund Hbf
- Ab 12:15 Lüdenscheid-Brügge(Westf), Gleis 1
- An 12:46 Hagen Hbf, Gleis 1
RE17 (33619) Nach Arnsberg(Westf)
- Ab 12:58 Hagen Hbf, Gleis 12
- An 13:42 Arnsberg-Neheim-Hüsten, Gleis 2
Bus R25 Nach Rathaus, Sundern (Sauerland)
- Ab 13:55 Neheim-Hüsten Bahnhof A/1, Arnsberg
- An 14:15 Hachen Reigern, Sundern (Sauerland)
Bus R22 / Bus C4 Nach Neumarkt (B/2), Arnsberg
- Ab 14:40 Hachen Reigern, Sundern (Sauerland)
- An 14:57 Langscheid
Die Regionalbahn trifft in Hagen mit Verspätung ein, wir haben gerade noch 5 Minuten für den Wechsel zum anderen Bahnsteig. Der Zug steht auch nicht in der Nähe der Treppe, sodass wir ihn beim Einfahren nicht hören; aber wir haben ihn doch geschafft. Doch der Zug ist defekt und alle Fahrgäste müssen aussteigen. Nur gut, dass wir in Hagen sind und so gehen wir zum Bäcker und gönnen uns Brezel und Cappuccino. Weiter geht es mit Bahn und Bussen, bis wir dann am Nachmittag unser Hotel „palatino“ in Langscheid erreichen. Da sie überbucht sind, bekommen wir die Suite des Hauses. Sehr groß mit Ledercouch, Kamin, verschiedenen Schränken und so weiter. Ein großes Manko, es ist total ausgekühlt. So drehen wir die Heizung erst mal auf fünf, trotzdem dauert es lange bis Wärme einkehrt.
Das Restaurant hat nur von Freitag bis Sonntag geöffnet. Aber der Chef des Hauses bereitet uns zum Abendessen Nudeln mit Hähnchenfleisch zu. Grüner Tee und später noch einen Glühwein gibt’s auch noch für jeden. Zwar ist das Essen doch recht teuer (55,00 €), aber wir sind froh, dass wir nicht mehr raus müssen.
Mittwoch, 01.04.
Im herrlichen Sonnenschein spazieren wir auf Straßen leicht hinab an den Sorpesee. Er ist der tiefste Stausee im Sauerland. Ihn umgibt ein asphaltierter rundweg. Anfangs zur rechten die Straße „Am Sorpedamm“, das ist natürlich nicht so idyllisch. Aber nach knapp der Hälfte passieren wir die Staumauer. Und hier folgt der wirklich schöne Teil. Wir treffen einige Radler, zwei fahren gemeinsam, einer hat eine Box mit Musik auf dem Fahrrad. Beim zweiten Mal ruft er: „da sind wir schon wieder.“ Wir freuen uns. Nach der Seeumrundung geht es wieder auf den kleinen Straßen zum Hotel zurück. Wir haben den Sorpesee mit 17 Kilometern (240 Höhenmetern) in 4 Stunden umwandert. Wir schultern unsere Rucksäcke und gehen dann zur Bushaltestelle.
Zu spät bemerken wir, dass wir an der falschen Haltestelle stehen. Es ist nämlich eine Ringlinie, die immer denselben Start- und Zielpunkt hat, allerdings alle zwei Stunden die Fahrtrichtung wechselt. Nun ja, so müssen wir eine Stunde auf den nächsten Bus warten und finden Dank App heraus, dass wir die Straßenseite wechseln müssen. Mit Bussen und der Regionalbahn fahren wir nach Dortmund. Zum Glück sind wir nun 2 Stunden früher unterwegs, als wir es zu Hause geplant hatten. Wir finden freie Vorrangplätze im ICE Richtung Berlin und gehen später im Speisewagen essen. Die Kühlung ist defekt und so werden nur Chili Con Carne und Kartoffelsuppe für je 12,50 € angeboten. Besser als nix und so stört uns auch die Baustelle in der Nähe von Hannover und der zusätzliche Halt in Stendal nicht.
Mit 45 Minuten Verspätung treffen wir dann um 21:30 Uhr im Berliner Hauptbahnhof ein. Hier fahren wir mit einer S- und U-Bahn sowie zwei verschiedenen Bussen, bis wir endlich um 23:30 Uhr zu Hause sind.
Mit einem Piccolo stoßen wir auf unsere zukünftige Medaille an. Wir haben die zehn größten Seen von NRW umwandert. In diesem Urlaub den Urft- und Sorpesee sowie die Rur-, Wiehl-, Wupper- und die große Dhünntalsperre. Neben diesen sechs Seen der Top Ten hatten wir bereits im vergangenen Jahr den Möhne-, Bigge-, Halterner und den Baldeneysee umrundet. Mit der Neyetalsperre noch einen der Seen 11 bis 25. Insgesamt haben wir circa 150 Wanderkilometer mit 2540 Höhenmetern zurückgelegt. Ein wirklich schönes Ergebnis und wir freuen uns, dass wir schon am Beginn der Wandersaison in so guter Form sind.
Sieben auf einen Streich
--- ein wunderbarer Erfahrungsbericht von Regina ---
Märchen sind etwas Schönes und so kam ich schon vor der Reise auf diese Überschrift - vorausgesetzt, alles klappt so, wie geplant.
Der Schneider will in der Werkstatt sein mit Mus bestrichenes Brot essen. Fliegen belästigen ihn und so erschlägt er alle sieben.
Sonnabend, 21.03.
Um 8:40 Uhr fahren wir zum S-Bahnhof Spandau. Es empfängt uns eine nette, freundliche Dame der Msz und es geht mit dem Zug nach Köln, wir freuen uns über den servierten Cappuccino und Speisen später unsere mitgebrachten Brote. Die Ansage vor dem Ausstieg „Bitte schauen Sie unter und zwischen den Sitzen, dass Sie nichts und niemanden vergessen.“ Bringt uns zum Schmunzeln.
In Köln müssen wir nur ans gegenüberliegende Gleis und der Herr von der MSZ hilft uns in einen früheren Zug nach Kall. Dort haben wir statt einer Viertelstunde, 30 Minuten Wartezeit. Weiter geht es mit dem Bus bis Vogelsang I P Walberhof, Schleiden, wo wir wieder eine halbe Stunde warten müssen. Die Zeit wird durch den Sonnenschein etwas versüßt. An der Haltestelle Seeufer in Rurberg angekommen, hätte es eigentlich nur die Straße geradeaus bis zum Hotel sein sollen. So lautete Karls Beschreibung. Doch da Roland schon vorher Google Maps gestartet hat, merken wir, dass wir ganz woanders stehen. Später finden wir auch eine Baustelle. Wir vermuten, dass die Haltestelle verlegt wurde und andere Gäste führen uns dann über Wiesen zum Hotel Paulushof.
Wir sind nun in der Eifel und die Grenze zu Belgien liegt nur Luftlinie 7,5 Kilometer entfernt
Wir beziehen unser schönes Zimmer mit Balkon und Seeblick.
Fürs Abendessen hatte ich einen Tisch reserviert, heute ist irischer Abend. Entsprechend fallen auch die Gerichte aus. Roland wählt als Vorspeise eine irische Kartoffelsuppe und zum Hauptgang eine Wirsing-Roulade gefüllt mit einem Gemisch aus Lamm und Rinderhack. Ich nehme einen Guinneess Stew, das ist der klassische Eintopf, das Nationalgericht der Iren. Es beinhaltet Lammfleisch, Zwiebeln, Kartoffeln und Möhren.
Da wir satt sind, werden die Aperitif zum Dessert für uns, Whisky gemischt mit Gingerale oder Tonic - mit 90 € alles in allem auch ein ganz guter Preis.
Sonntag, 22.03.
Wir nehmen Platz im großen Frühstücksraum, direkt mit Blick auf den Rursee. Die Bedienung notiert unsere Bestellung und es gibt alles erdenklich Gute, was man für ein gelungenes Sonntagsfrühstück braucht: Rührei, Speck, Antipasti (Oliven, getrocknete Tomaten, gefüllte Paprika und Pilze), Wurst, Käse, Brötchen, Joghurt, Obstsalat und Säfte. Erstaunlich ist nur, dass der Cappuccino diesmal nicht inklusive ist.
Wir haben verabredet, dass wir unsere großen Rucksäcke zurücklassen. Ich hatte Zuhause den größten gewählt und so passte mein kleiner Tagesrucksack schon gepackt hinein. Aus dem Hotel heraus und schon stehen wir auf der Straße „Seeufer“, der wir nach links folgen. Der Rursee zur rechten. Die Sonne ist schon da. Die Tour führt uns heute größtenteils auf Asphalt. Circa 4 Kilometer auf Breiteren Waldwegen. Laut Karls Beschreibung sollten dann wieder Waldwege folgen, aber zum Glück wurden diese schon asphaltiert, so können wir sie besser ertasten.
Beim herrlichen Wetter an diesem Sonntag treffen wir Viele Radfahrer und Wanderer. Nur gut, dass wir an diesem Frühlingstag und nicht im Sommer hier sind.
Die GPX-Datei stellt uns leider etwas zu früh ab, nämlich am Dormio-Hotel. Doch Dank Google Maps und Fragen finden wir auch die letzten 900 Meter zur Pension Diefenbach in Heimbach. Sie liegt am Hang und da wir schon um kurz vor 15:00 Uhr nach 18 Kilometern am Ziel sind, nehmen wir Platz auf der Terrasse mit Süd blick. Roland genehmigt sich Bier und ich eine Orangen- und Zitronenschorle sowie einen Cappuccino.
Als die Sonne 1,5 Stunden später verschwindet, gehen wir ins Zimmer und ich telefoniere mit meiner Freundin Bianca, die auch bei den letzten Seeumrundungen in der Nähe von Leipzig mit dabei war.
Das Abendessen für heute haben wir vorbestellt, es gibt Buffet. Der nette Gastwirt bringt alles an den Tisch. Als Vorsuppe wird eine Karotten-Ingwer-Suppe gereicht. Es folgt ein Schälchen mit Salat, Croutons, garniert mit zwei Eihälften. Zum Hauptgang gibt es Wild-Bulette, Wildschweinrücken an Knoblauchkartöffelchen und Wirsinggemüse. Das Dessert ist auch liebevoll zusammengestellt. Auf einem Teller stehen drei Gläschen gefüllt mit: Panna Cotta, Himbeer-Schokoladen-quark und einem kleinen Stückchen Schokokuchen.
Unser Gastgeber bewirtschaftet alles ganz allein. Wir bewundern ihn wirklich dafür, denn er begrüßt jeden mit einer sehr netten und zuvorkommenden Art und es macht nie den Eindruck, dass er im Stress ist.
Montag, 23.03.
Zum Frühstück gibt es hier auch alles, auch wenn die Brötchen etwas einfacher gehalten sind. Sehr erfrischend ist der Naturjoghurt mit Obst wie Ananas und Melone. Kurz vor zehn Uhr zeigt uns Tobias (unser Gastgeber) den Einstieg in die Tour. Zwar startet die Beschreibung an der Pension, aber die GPX-Datei am falschen Punkt. Wir verabschieden uns und folgen einen kurzen Stück der Landstraße. Wenig später wandern wir auf einem schönen breiten Waldweg, den wir fast der gesamten Tour folgen. Wir treffen nur wenige Radfahrer. An manchen Stellen hören wir das Rauschen von Bächen. Gegen Kilometer zehn sind wir dann wieder im Ort Rurberg, gehen über die Staumauer und stehen dann kurz nach 13:00 Uhr wieder am Hotel Paulushof.
Heute waren es 11 Kilometer bei sonnigen 13° und wir haben den Rursee, er ist der drittgrößte in NRW, mit insgesamt 430 Höhenmetern umrundet.
Wir nehmen die Rucksäcke in Empfang und dürfen wieder unser Zimmer 103 beziehen. Es ist, mit einem Tischchen und zwei Sesseln sowie Wasserkocher und Tee, wirklich gut eingerichtet. Wir setzen uns für einen Moment auf den Balkon in die Sonne und gehen dann runter ins Restaurant. Nach einer Saftschorle gönnen wir uns ein Knusper-Eis. In einer Form wurden Beeren mit Crumble (Streusel) überbacken und darauf ist eine Kugel Vanilleeis mit knusprigem Müsli angerichtet. Anschließend geht’s noch einmal aufs Zimmer. Nun haben wir Zeit, denn wir sind heute Abend mit meiner Freundin Josi verabredet. Wir reservieren beim Griechen fürs Abendessen. Sie können erst zu 19:30 Uhr kommen und unser Hotel schließt um 20:30 Uhr die Küche.
Dirk, der Mann von Josi, holt uns um 19:00 Uhr ab. Witzig ist, Josi und Dirk waren erst vor drei Tagen in diesem Restaurant.
Ich freue mich sehr, dass Josi ihren Hund Jinja mit dabeihat.
Zur Vorspeise wählt Roland ein Knoblauchbrot und zum Hauptgang nehmen wir gefülltes Schweinefilet mit Schafskäse. Zum Schluss noch der typische Ouzo und mit 50 € fällt die Rechnung doch günstig aus.
Dirk fährt uns anschließend wieder ins Hotel zurück.
Dienstag, 24.03.
Gut gestärkt machen wir uns um kurz nach neun auf den Weg, Sonnenverwöhnt von den vorangegangenen zwei Tagen ist es am Morgen mit 3 Grad recht kühl. Diesmal geht es aus dem Hotel rechts herum, unter anderem über den Paulushofdamm, eine Staumauer, die wir schon von der Umrundung des Rursee kennen. Die beiden Seen grenzen aneinander. Heute wollen wir um den Urftsee, der sich zur Rechten befindet. Bei den ersten Wanderkilometern folgen wir dem Seeufer und können immer wieder die Rufe der Schwäne hören. Auch passieren wir kleinere Bäche. Nach einer der Brücken geht es auf der Straße „Vogelsang“ tüchtig steil bergauf, bis wir in den Ort nach 12 Kilometern zur Bushaltestelle „Vogelsang IP Kulturkino“ kommen. Es ist 12:30 Uhr und wir hatten im Vorhinein überlegt, wenn wir gut vorankommen, heute gleich beide Etappen zu wandern. Morgen soll es regnen, eine 100-prozentige Regenwahrscheinlichkeit zeigt die Wetter-App.
Also beginnen wir die zweite Etappe. Wir kommen durch das MS Hitler-Gelände und im Tor ist es sehr windig. Schwierigkeiten bereitet uns der Kreisverkehr, wir sollen die Bundesstraße B266 überqueren und dann halbrechts auf den Radweg abbiegen. Der erste Herr, den wir fragen, schickt uns auf den falschen Weg. Dann steht ein Auto dort und einer der beiden Herren, er arbeitet im Nationalpark, begleitet uns auf die richtige Route. Nun geht es für circa 4 Kilometer auf einem geschotterten Weg häufig bergab, rechts hören wir die Bundestraße. Irgendwann müssen wir ihr und einer Landstraße auch für längere Zeit folgen, was sehr anstrengend ist. Endlich können wir sie verlassen und ein kurzer steiler Waldweg führt uns bis zur Straße „Am Rurseezentrum“., nun sind es nur noch wenige 100 Meter und wir biegen nach rechts auf die Straße Seeufer ab. Um 15:45 Uhr haben wir die 24 Kilometer mit fast 500 Höhenmetern geschafft und nehmen, die Sonne ist schon verschwunden, auf der Terrasse bei Saftschorle und Cappuccino Platz. Danach geht’s ins Hotelzimmer und Muskeln bei einer heißen Dusche entspannen.
Zum wohlschmeckenden Abendessen trinke ich einen irischen Cider, zubereitet aus Apfelsaft, Orange, Zimt und Nelke. Er wird erst bei 80° gekocht und dann lange ziehen lassen. Er wurde kalt serviert.
Als Vorspeise nimmt Roland eine Monschauer Senfsuppe, danach für jeden ein Schnitzel mit Monschauer-Senfkruste. Die Senfsoße wird in einem Kännchen separat serviert. Roland probiert noch einen Senf-Brand, dessen Aroma und Geschmack sich schlecht beschreiben lässt. Ich bleibe bei Pflaume.
Mittwoch, 25.03.
Wir genießen noch einmal das Frühstück zum Preis für 18,50 €, für mich mit Speck und Antipasti. Danach begleitet uns die nette Mitarbeiterin zur Haltestelle, denn aufgrund der Baustellen können wir den Weg dorthin nicht finden. Nun geht es mit dem Bus nach Aachen, wobei wir am Busbahnhof Simmerath den Bus wechseln müssen; im Fahrplan ist das so nicht vorgesehen, aber der Fahrer sagt, er braucht Pause. In Aachen selbst haben wir nur sieben Minuten Umsteigezeit, nicht einmal das, weil der Bus mit leichter Verspätung eintrifft. Mit einer Punktlandung sind wir in der Regionalbahn und es geht weiter nach Köln, Mühlheim. Hier geht es ganz entspannt zu und wir nehmen die S-Bahn nach Bergisch Gladbach. Aber da auch Bahnreisen mit Abenteuer verbunden sein muss, haben wir hier nur 4 Minuten, um zum Bus 427 in Richtung Wipperfürth zu finden. Zum Glück grenzt der Bahnsteig gleich an die Bussteige an. Auch wenn ein hilfsbereiter Passant uns erst den Bus 426 nach Wipperfürth zeigt, sitzen wir schließlich dann doch im richtigen. Dann sind es von der Haltestelle „Bechen Mitte“ in Kürten nur wenige Meter bis zur Unterkunft „Gästehaus beim Prinz“. Diese liegt in der stark befahrenen Odenthaler Straße. Wir rufen an, da wir den Eingang nicht finden, wir stehen vor dem Restaurant. Der Eingang zum Gästehaus ist etwas zurückversetzt. Wir beziehen unser großzügig eingerichtetes Zimmer und hören Podcast.
Zum Abendessen finden wir, denn den Eingang zum Restaurant kannten wir ja schon vom Nachmittag. Ich nehme vorweg eine Hühnersuppe, Roland überbackenen Schafskäse. Zum Hauptgang nimmt er ein mit Schafskäse gefülltes Steak und ich Schweinemedaillons an Spargel und Reis. Zur Verdauung gibt’s Slibowitz.
Donnerstag, 26.03.
Wie verabredet, werden wir um 9:00 Uhr zum Bäcker begleitet, der nur wenige Meter vom Hotel entfernt liegt. Die Dame am Vortag konnte uns diese Situation aufgrund fehlender Sprachkenntnisse nicht schildern.
Die großen Rucksäcke bleiben zurück und die gepackten Tagesrucksäcke sind mit dabei. Wir teilen uns ein Käse-Verwöhn-Frühstück: mit Schnitt-, Streichkäse und Tomate Mozzarella sowie zwei Brötchen passt das auch. Da wir keinen Platz im Rucksack, aber noch ein bisschen im Bauch haben, gibt es für jeden eine Pudding-Brezel und einen Cappuccino. Die nette Dame vom Hotel zeigt uns die Bushaltestelle, da wir wieder über einen Kreisverkehr müssen. So fahren wir in 12 Minuten mit der Linie 427 in Richtung Wipperfürth zum Hutsherweg. Um 10:30 Uhr starten wir dann auf die Tour, entgegen der Fahrtrichtung des Busses. Kaum losgelaufen, erwischt uns der erste Schauer. Auf Waldwegen geht es nun um die Große Dhünntalsperre. Regen und zum Glück immer wieder sonnige Abschnitte wechseln sich ab. Auch heute geht es rauf und Tüchtig auf steilen wegen wieder runter. Doch während der letzten Dreiviertelstunde wird das Wetter ziemlich turbulent. Der eisige Wind wird heftig, fast stürmisch und der Regen wird zu Schnee. Eisige Schneeflocken beißen im Gesicht.
Nur gut, dass es nicht mehr weit ist. Dann sind wir um kurz vor 16:00 Uhr nach 17 Kilometern auf dem Gelände des „Seminar- und Tagungshotel Große Ledder“.
Bei der Suche des Einganges zur Rezeption landen wir erst in der Küche, auch gut, wir reservieren gleich fürs Abendessen einen Tisch. Die Rezeptionistin zeigt uns unser Quartier im Herrenhaus, wo wir unser großzügig, total toll duftendes Zimmer beziehen. Eine riesige Dusche gibt es auch, wo wir uns aufwärmen können.
Zum Abendessen lassen wir uns abholen, wir mussten ja übers Gelände gehen.
Es gibt ein Buffet mit allerlei Vorspeisen wie Antipasti, Makrele, Kartoffelsalat, Rindfleisch mit Möhren und einiges mehr. Zum Hauptgang kann man zwischen Lamm-Roulade mit Möhren an Bulgur, Indisch verfeinertes Rotbarschfilet mit frittiertem Blumenkohl und Reis oder einer vegetarischen Pizza wählen. Ich nehme Ersteres und Rolo Zweiteres Gericht. Danach für mich noch einen Salat und Rolo probiert von der Roulade. Zum Dessert gibt es Stracciatella-Kirsch-Quark und Schokopudding mit Yuzu. Yuzu ist eine aromatische Zitrusfrucht aus Japan.
Alles schmeckt ausgezeichnet! Obwohl Buffet ist, bringt uns der nette Kellner alles an den Tisch, ohne unsere Blindheit und den Mehraufwand für ihn zu thematisieren.
Freitag, 27.03.
Zum Frühstück entscheiden wir uns für einen Mango Smoothie, Rolo für Omelette ich für einen Fischsalat und Käse. Zum Dessert Obstsalat mit Joghurt bzw. einen feinen Orangen Quark mit Schokolade. Beim Hinweg zum Frühstück stellen wir fest, dass wir hätten im Haus selbst lang gehen können, also der Gang draußen zum Essen wäre gar nicht notwendig gewesen. Aber wir wurden ja abgeholt.
So geht es zum Bezahlen zur Rezeption und kurz nach neun machen wir uns bei einem ° und Sonnenschein auf den Weg. Zurück wieder die 1,5 Kilometer auf den Straßen und dann geht es auch bald in das erste Waldstück. Immer wieder wechseln sich Passagen im Wald und auf Straßen ab. Natürlich ordentlich bergauf und wo es hochgeht, geht es auch wieder runter. Zum Schluss müssen wir für längere Zeit der Bundesstraße folgen. Die Lautstärke raubt ordentlich Energie, aber zeitlich passt alles. Um 14:30 Uhr stehen wir nach 19 Kilometern wieder im Sonnenschein an der Bushaltestelle „Hutsherweg“. Diese Talsperre hatte es mit 750 Höhenmetern in sich. Wir fürchten schon, aber der Bus trifft dann doch noch ein, mit 10 Minuten Verspätung. Er fährt nämlich nur stündlich.
Die Haltestelle „Bechen Mitte“ ist ganz nah beim Eingang zum Gästehaus, wo wir die kleinen in die großen Rucksäcke stecken. Die Rezeptionistin begleitet uns noch einmal zum Bäcker. Dort gönnen wir uns Cappuccino und Milchkaffee. Roland wählt eine Erdbeerschnitte und ich Baileys-Torte mit Himbeeren.
Die Verkäuferin vom Bäcker bietet die Begleitung zur Bushaltestelle an, was wir dankend annehmen.
Mit dem Bus 427 geht es dann nach Wipperfürth zur Haltestelle Hochstraße. Wir fragen drei Jugendliche. Sie sagen: „Wir haben sowieso nichts vor.“ Wir: „Das passt ja perfekt. Jetzt gibt es eine Aufgabe.“ Gemeinsam suchen wir die gebuchte Unterkunft, die Ferienwohnung am Markt, die hinter einem Tor und einem schmalen Gang zwischen dicken Mauern hindurch etwas verborgen liegt. Wir beziehen das tolle Apartment mit Sitzbereich, Küchenzeile und Schlafzimmer.
Zum Abendessen geht‘s ins wenige Meter entfernte Brauhaus. Roland wählt die Brauhaus-Nudeln, mit Pilzen und Pute. Ich den Brauhausburger mit Senfsoße und Speck. Dann schauen wir noch das Fußballspiel Deutschland gegen die Schweiz.
Sonnabend, 28.03.
Heute frühstücken wir in der Ferienwohnung. Es gibt den mitgebrachten Kaffee und für jeden eineinhalb Vanillewaffeln.
Dann machen wir uns auf den Weg zu unserer nahe gelegenen Bushaltestelle „Hochstraße“. Tackern ist zu hören, es gibt Infosäulen für blinde mit Informationen zu den Bussen. Mit der Linie 336 fahren wir zum Kreishaus Remscheid, da sie verspätet ist, haben wir den Anschluss verpasst und steigen am Bahnhof Remscheid um. Nun, innerhalb einer Minute mit An- und Abfahrt um 11:15 Uhr, so kann man keinen ÖPNV planen. Der Busfahrer zeigt uns die Haltestelle. Irgendwann sagt Roland: „Wer weiß, ob wir an der richtigen Haltestelle stehen. Lass uns lieber fragen.“ Wir erkundigen uns und tatsächlich, wir stehen an der falschen. Nach über 50 Minuten trifft die Linie 671 zum Busbahnhof Radevormwald ein.
So brauchen wir für die Anfahrt zur Haltestelle „Wupperdamm“ zwei Stunden und starten zu 12:30 Uhr die Tour um die Wuppertalsperre. Als wir loslaufen, regnet es ziemlich stark. Da fragt man sich schon, ob das wirklich sein muss. Aber umdrehen ist nicht, die Anfahrt war einfach zu aufwändig.
Wir folgen auf Straßen und nach drei Kilometern, inzwischen sind wir im Wald angekommen, hört endlich der Regen auf. Heute treffen wir sogar wenige Spaziergänger – dass bei diesem Wetter. Die Wuppertalsperre liegt zur linken. Gute 3 Stunden später stehen wir wieder an der Haltestelle, kurz vor Ende werden wir nochmals nass. Aber an der Haltestelle angekommen, regnet es zum Glück nicht. Das ist auch gut so, denn es gibt kein Wartehäuschen.
Heute haben wir leider den Bus gerade um 5 Minuten verpasst. So müssen wir warten und steigen diesmal am Kreishaus um. Der Fahrer lässt uns noch wenige Minuten länger im Bus sitzen. Er wendet am Bahnhof und so stehen wir am Kreishaus auch gleich an der richtigen Haltestelle. Diesmal dürfen wir nur 30 Minuten auf unseren Anschluss warten. Dann brauchen wir nur noch die Straße herunter und stehen zu 17:30 Uhr wieder vor unserer Unterkunft. Ein kleiner See mit 10,5 Kilometern (185 Höhenmetern) hat nun doch einen ganzen Tag Zeit beansprucht.
Während ich unter der heißen Dusche stehe, checkt Roland das Wetter und die Fahrverbindungen für Morgen.
Heute geht’s zum Abendessen ins Hansa Café. Roland nimmt Schnitzel mit Bratkartoffeln. Ich Bratkartoffeln mit Spiegelei und Salat. Danach gibt’s für jeden noch einen Cocktail, mit Alkohol versteht sich.
Sonntag, 29.03.
Nach Schokowaffeln und Kaffee nehmen wir die erste Busverbindung um 9:20 Uhr. Den Busbahnhof finden wir Dank der akustischen Infosäulen inzwischen gut. Wir fahren bis Gummersbach, wo wir 30 Minuten warten müssen. Weiter geht’s dann bis zur Haltestelle Reichshof, die wir um 11:30 Uhr erreichen. Wir haben für heute umgeplant, da es morgen regnen soll.
Leider hat von Karl die Richtungsangabe des Starts nicht gestimmt. Wir hätten entgegen der Fahrtrichtung starten müssen, so verlieren wir etwas Zeit. Positiv ist, die Sonne scheint bei circa 6°. Die ersten Kilometer geht es auf Straßen, dann meist auf Waldwegen. Diese sind teilweise matschig und an einigen Stellen auch mit Steinen aufgeschüttet. Das läuft sich mit dem Blindenstock nicht so gut. Der rechte Arm schmerzt mehr, als die Beine.
Roland legt einen tollen Wanderschritt vor, denn wir wissen, dass es nur alle 2 Stunden mit kürzerer Wartezeit am Wochenende eine Verbindung nach Wipperfürth gibt. Nach nur 6 Stunden und 23 Kilometern mit 310 Höhenmetern stehen wir wieder an der Start- beziehungsweise Zielhaltestelle und haben die Wiehltalsperre umrundet. Die Talsperre ist mit 2,10 Quadratkilometern genauso groß, wie die Wuppertalsperre, doch ist sie großräumig abgesperrt.
Leider haben wir den Bus um 17:27 Uhr mit 3 Minuten verpasst. So müssen wir eine knappe Stunde warten. Dann können wir aber wieder mit 30 Minuten Wartezeit nach Wipperfürth weiterfahren. Hätten wir den Bus eine Stunde früher bekommen, so wären wir in Gummersbach essen gegangen.
Eigentlich wollten wir auf dem Weg zu unserer Ferienwohnung einen Döner essen. Wir riechen aber die Lokalität nicht und so geht's gleich ins Domizil. Endlich empfängt uns gegen 21:00 Uhr wohltuende Wärme. Eine Bilanz muss ja auch noch sein: heute haben wir über 2 Stunden in der Kälte gestanden, um auf Busse zu warten. Was ist wohl die größere Herausforderung, dass wandern oder die viele Zeit um in der Kälte auf den ÖPNV zu warten.
Wir bestellen über Lieferando Pizza und kurz nachdem ich mit dem duschen fertig bin, wird sie auch schon gebracht. So ist doch die Welt wieder in Ordnung, nach einem guten Essen und völlig durchgewärmt.
Montag, 30.03.
Heute schlafen wir aus und trinken gemütlich Kaffee. Wir bestellen uns ein Taxi. Wenige Minuten später sind wir dann um 13:30 Uhr am Start der heutigen Tour. Da der Fahrer uns nicht direkt auf der Straße „Oberröttenscheid“, sondern daneben vor Häusern abgesetzt hat, müssen wir diese erst suchen. Wir folgen ihr und stehen wenig später an der Neyetalsperre. Sie liegt zur linken. Sie umrunden wir auf Waldwegen. Anfangs wechseln sich Sonnenschein und kurze Regenschauer ab. Gegen Tourende hören wir schon im Nachbartal ein Gewitter grollen und die App hat zu 17:00 Uhr Regen angezeigt. Dieser kommt als wir auf den letzten Metern sind, nämlich auf der Straße „Oberröttenscheid“. So werden wir doch noch tüchtig nass. Ich bestelle auf dem letzten Kilometer unser Taxi, damit es dann mit der Abholung schneller klappt. Welch ein Vorteil, nach 12 Kilometern (120 Höhenmetern) steigen wir ins warme Auto und sind wenige Minuten später in der Ferienwohnung. Auch wenn uns diese Wanderung circa 40 € an Fahrtkosten gekostet hat.
Da heute viele Restaurants geschlossen haben und wir nicht mehr in den Regen hinauswollen, bestellen wir wieder essen. Für Rolo einen Burger mit Dönerfleisch und für mich Nudeln mit Brokkoli.
Dienstag, 31.03.
Wir reisen heute weiter ins Sauerland. Mit insgesamt drei Bussen und drei Zügen. Das versprach schon damals beim Lesen sehr abenteuerlich zu werden. Überhaupt ist es sehr schwierig, sich die Namen der verschiedenen Stationen zu merken, weil immer die Ortsteile angefügt werden. Hier mal ein Beispiel der geplanten Fahrverbindung.
Hochstr., Wipperfürth → Langscheid Brunnenstr., Sundern (Sauerland) am 31.03.2026:
Bus 336 Nach Bahnhof, Gummersbach
- Ab 10:35 Hochstr., Wipperfürth
- An 11:03 Bahnhof, Marienheide
RB25 (10536) Nach Lüdenscheid
- Ab 11:44 Marienheide, Gleis 1
- An 12:12 Lüdenscheid-Brügge(Westf), Gleis 2
RB52 (14666) Nach Dortmund Hbf
- Ab 12:15 Lüdenscheid-Brügge(Westf), Gleis 1
- An 12:46 Hagen Hbf, Gleis 1
RE17 (33619) Nach Arnsberg(Westf)
- Ab 12:58 Hagen Hbf, Gleis 12
- An 13:42 Arnsberg-Neheim-Hüsten, Gleis 2
Bus R25 Nach Rathaus, Sundern (Sauerland)
- Ab 13:55 Neheim-Hüsten Bahnhof A/1, Arnsberg
- An 14:15 Hachen Reigern, Sundern (Sauerland)
Bus R22 / Bus C4 Nach Neumarkt (B/2), Arnsberg
- Ab 14:40 Hachen Reigern, Sundern (Sauerland)
- An 14:57 Langscheid
Die Regionalbahn trifft in Hagen mit Verspätung ein, wir haben gerade noch 5 Minuten für den Wechsel zum anderen Bahnsteig. Der Zug steht auch nicht in der Nähe der Treppe, sodass wir ihn beim Einfahren nicht hören; aber wir haben ihn doch geschafft. Doch der Zug ist defekt und alle Fahrgäste müssen aussteigen. Nur gut, dass wir in Hagen sind und so gehen wir zum Bäcker und gönnen uns Brezel und Cappuccino. Weiter geht es mit Bahn und Bussen, bis wir dann am Nachmittag unser Hotel „palatino“ in Langscheid erreichen. Da sie überbucht sind, bekommen wir die Suite des Hauses. Sehr groß mit Ledercouch, Kamin, verschiedenen Schränken und so weiter. Ein großes Manko, es ist total ausgekühlt. So drehen wir die Heizung erst mal auf fünf, trotzdem dauert es lange bis Wärme einkehrt.
Das Restaurant hat nur von Freitag bis Sonntag geöffnet. Aber der Chef des Hauses bereitet uns zum Abendessen Nudeln mit Hähnchenfleisch zu. Grüner Tee und später noch einen Glühwein gibt’s auch noch für jeden. Zwar ist das Essen doch recht teuer (55,00 €), aber wir sind froh, dass wir nicht mehr raus müssen.
Mittwoch, 01.04.
Im herrlichen Sonnenschein spazieren wir auf Straßen leicht hinab an den Sorpesee. Er ist der tiefste Stausee im Sauerland. Ihn umgibt ein asphaltierter rundweg. Anfangs zur rechten die Straße „Am Sorpedamm“, das ist natürlich nicht so idyllisch. Aber nach knapp der Hälfte passieren wir die Staumauer. Und hier folgt der wirklich schöne Teil. Wir treffen einige Radler, zwei fahren gemeinsam, einer hat eine Box mit Musik auf dem Fahrrad. Beim zweiten Mal ruft er: „da sind wir schon wieder.“ Wir freuen uns. Nach der Seeumrundung geht es wieder auf den kleinen Straßen zum Hotel zurück. Wir haben den Sorpesee mit 17 Kilometern (240 Höhenmetern) in 4 Stunden umwandert. Wir schultern unsere Rucksäcke und gehen dann zur Bushaltestelle.
Zu spät bemerken wir, dass wir an der falschen Haltestelle stehen. Es ist nämlich eine Ringlinie, die immer denselben Start- und Zielpunkt hat, allerdings alle zwei Stunden die Fahrtrichtung wechselt. Nun ja, so müssen wir eine Stunde auf den nächsten Bus warten und finden Dank App heraus, dass wir die Straßenseite wechseln müssen. Mit Bussen und der Regionalbahn fahren wir nach Dortmund. Zum Glück sind wir nun 2 Stunden früher unterwegs, als wir es zu Hause geplant hatten. Wir finden freie Vorrangplätze im ICE Richtung Berlin und gehen später im Speisewagen essen. Die Kühlung ist defekt und so werden nur Chili Con Carne und Kartoffelsuppe für je 12,50 € angeboten. Besser als nix und so stört uns auch die Baustelle in der Nähe von Hannover und der zusätzliche Halt in Stendal nicht.
Mit 45 Minuten Verspätung treffen wir dann um 21:30 Uhr im Berliner Hauptbahnhof ein. Hier fahren wir mit einer S- und U-Bahn sowie zwei verschiedenen Bussen, bis wir endlich um 23:30 Uhr zu Hause sind.
Mit einem Piccolo stoßen wir auf unsere zukünftige Medaille an. Wir haben die zehn größten Seen von NRW umwandert. In diesem Urlaub den Urft- und Sorpesee sowie die Rur-, Wiehl-, Wupper- und die große Dhünntalsperre. Neben diesen sechs Seen der Top Ten hatten wir bereits im vergangenen Jahr den Möhne-, Bigge-, Halterner und den Baldeneysee umrundet. Mit der Neyetalsperre noch einen der Seen 11 bis 25. Insgesamt haben wir circa 150 Wanderkilometer mit 2540 Höhenmetern zurückgelegt. Ein wirklich schönes Ergebnis und wir freuen uns, dass wir schon am Beginn der Wandersaison in so guter Form sind.
