{"id":21924,"date":"2026-04-14T20:18:00","date_gmt":"2026-04-14T18:18:00","guid":{"rendered":"https:\/\/rockyourgoal.de\/?p=21924"},"modified":"2026-04-15T13:17:11","modified_gmt":"2026-04-15T11:17:11","slug":"frankys-blog","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rockyourgoal.de\/pl\/frankys-blog\/","title":{"rendered":"\u201eLife Cycle\u201c trifft die \u201eLife Score Points\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Im Jahr 2019 habe ich angefangen den Blog \u201eRockYourGoal\u201c zu schreiben, und damals war es wirklich nur ein kleiner Blog der einem einzigen Zweck gewidmet war. Er sollte es Menschen aus meinem nahen Umfeld erm\u00f6glichen, mich auf meiner noch verbleibenden Lebensreise zu begleiten. Viele Jahre sp\u00e4ter f\u00fchrte ich die \u201e<em><a href=\"https:\/\/rockyourgoal.de\/pl\/timeless-challenge\/#Life-Score_Punkte\">Life Score Points<\/a><\/em>\u201c als eine kleine Belohnung f\u00fcr eine erfolgreiche Challenge ein.<\/p>\n\n\n\n<p>Damals konnte ich noch nicht ahnen, dass das gr\u00f6\u00dfte Geschenk solch eines Blogs die Menschen sind mit denen man in Kontakt kommt. Inspirierende Menschen wie Frank Glanert aus Varel (Oldenburg). Frank ist Vater, Blogger, Buchautor, leidenschaftlicher Radfahrer, hat schon ein eigenes Fahrradcafe betrieben, eine alte Tankstelle in einen Ort zum Wohlf\u00fchlen umgestaltet und arbeitet \u201enebenbei\u201c &#8211; wenn auch in Teilzeit. Seinen absolut lesenswerten Blog \u201e<a href=\"https:\/\/frankys.blog\">Franky\u00b4s Blog<\/a>\u201c hat er bereits einige Jahre vor mir gestartet und ich geh\u00f6re seit vielen Jahren zu seinen Stammlesern. Nach unserem ersten Telefonat war mein erster Gedankengang \u201e<em>Wie cool, dass es noch solch offene und leidenschaftliche Menschen gibt<\/em>\u201c.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"427\" height=\"640\" src=\"https:\/\/rockyourgoal.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/frank-427x640.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-21928\"\/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Ich freue mich sehr, ein Interview mit Frank f\u00fchren zu d\u00fcrfen und daf\u00fcr m\u00f6chte ich mich vielmals bei Dir bedanken, lieber Frank.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Das \u201eWarum\u201c und die Wurzeln<\/strong><strong><\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p><em>Wer bist Du und welches Ziel hat Deine Lebensreise?<\/em><em><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Ich stelle mich gerne als gelernten Zimmermann und Ingenieur vor, wenn es um praktische berufliche Belange geht und als Enthusiast rund um das Thema Fahrrad. Dabei spielt Rad-Kultur ebenso eine Rolle wie Stadt- und Verkehrsplanung f\u00fcr menschgerechte und lebenswerte St\u00e4dte. Das Ziel meiner Lebensreise ist ja nun alles andere als eine leichtf\u00fc\u00dfige Frage. Ich sehe mich irgendwann auf der \u201eZielgeraden\u201c in einem Begegnungsraum voller M\u00f6glichkeiten, der auch \u201e\u2026irgendwas mit Fahrr\u00e4dern\u201c zu tun hat. So oder so \u00e4hnlich, wie ich ihn in den letzten Jahren an verschiedenen Stellen ins Leben rufen durfte.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Frank, als du heute Morgen auf das Rad gestiegen bist: War es ein Mittel zum Zweck oder schon der erste bewusste Genuss des Tages? Welche Bedeutung hat das Radfahren f\u00fc<\/em><em>r Dich?<\/em><em><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr mich ist Radfahren fast immer Mittel zum Zweck und zugleich ein bewusster Genuss. Das hei\u00dft nicht, dass ich nicht einfach so aufs Rad steige, um den Kopf frei zu bekommen. Aber das ist ja auch irgendwie ein zweckm\u00e4\u00dfiger Anlass. Radfahren hat f\u00fcr mich etwas herrlich allt\u00e4gliches und ich halte es mit der Radsportikone Eddy Merckx, der sagte: \u201eFahre so viel oder so wenig, so lange oder so kurz, wie du willst. Hauptsache du f\u00e4hrst Rad.\u201c&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><em>Gab es diesen einen spezifischen Moment in deinem Leben, in dem das Fahrrad vom Fortbewegungsmittel zum Lebensinhalt wurde?<\/em><em><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Nein, so einen spezifischen Moment gab es f\u00fcr mich nicht. Vielleicht war das schon immer so, dass ich mich f\u00fcr Fahrr\u00e4der und alles drumherum begeistern konnte. Und dabei vor allen Dingen auch f\u00fcr das, was man mit dem Rad erleben kann. Wie es als Kind und Jugendlicher den Aktionsradius vergr\u00f6\u00dfert und man buchst\u00e4blich die Welt damit erkunden kann. Ich bin schon fr\u00fch zu langen Radreisen aufgebrochen. Alleine, mit meinem Bruder und Freunden, sp\u00e4ter auch mit den Kindern. Ich mag das Erleben von Gemeinschaft, wenn man zusammen unterwegs ist. Beim Sport oder auf einer langen Radreise, die Gespr\u00e4che, die Begeisterung und das Erleben der Natur. Das ist schon so, seit ich mich an das Radfahren erinnern kann.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Dein Blog hei\u00dft \u201e<\/em><a href=\"https:\/\/frankys.blog\/\">Franky\u00b4s.blog<\/a><em>\u201c: Was ist das wichtigste Gef\u00fchl, das ein Leser mitnehmen soll, nachdem er einen deiner Texte gelesen hat?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe mich mit meiner Begeisterung f\u00fcrs Rad immer ein bisschen au\u00dfen vor gef\u00fchlt: ich interessiere mich f\u00fcr Technik, aber ich mag diesen klassischen Tech-Talk nicht. Auch Sport ist interessant, aber l\u00e4ngst nicht alles wenn es um das Thema Fahrrad geht. Ich glaube das wichtigste Gef\u00fchl von dem ich mir w\u00fcnschte, das es Leserinnen und Leser mitnehmen, ist: es ist in Ordnung und v\u00f6llig ausreichend, wenn einem Radfahren und das Erleben Spa\u00df bereiten. Und zwar ohne, dass man Technikexperte oder Leistungssportler sein muss. Sondern weil man in sein eigenes Fahrrad und die M\u00f6glichkeiten die es mit sich bringt verschossen ist.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Oldenburg gilt als Fahrradstadt. Wenn du aber die \u201eFranky-Brille\u201c aufsetzt: Was fehlt der Stadt noch zur perfekten Rad-Utopie? Was fehlt insgesamt gesehen, damit unsere St\u00e4dte fahrradfreundlicher werden?<\/em><em><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Ja, der Begriff Fahrradstadt wird fast inflation\u00e4r benutzt und immer wieder hoch gehalten. In Oldenburg wurde schon vor mehr als 25 Jahren der Spruch gepr\u00e4gt, dass in der Stadt nicht wegen, sondern trotz der Bedingungen Rad gefahren wird. Leider hat sich in all der Zeit nicht wirklich viel zum Positiven ver\u00e4ndert. Ich will nicht sagen, dass das Bem\u00fchen nicht da w\u00e4re, aber das Ambitionsniveau ist hier &#8211; ebenso wie vielerorts in Deutschland &#8211; echt gering. F\u00fcr mich geht es gar nicht in erster Linie um Radverkehr, sondern vielmehr um lebenswerte und sichere St\u00e4dte. Dabei spielt das Rad sicher eine entscheidende Rolle, weil es Platz spart und Risiken minimiert. Es sollte keine Utopie sein, um deinen Begriff aufzugreifen, dass sich in einer Stadt Menschen zwischen acht und 80 Jahren gefahrlos bewegen k\u00f6nnen. Das ist leider fast nirgendwo der Fall.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Das Projekt \u201eKaiserstra\u00dfe<\/strong><strong>\u201c<\/strong><strong>: R\u00e4ume und Menschen<\/strong><strong><\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p><em>Du hast eine Tankstelle in einen \u201ekonsumfreien\u201c Ort f\u00fcr Fahrradkultur verwandelt. War das ein bewusster Akt der Rebellion gegen die Auto-Vergangenheit?<\/em><em><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Nein, dieser Anteil ist tats\u00e4chlich eher zuf\u00e4llig. Da stand halt eine Tankstelle auf der Stra\u00dfenecke, so wie man das in den 50er Jahre noch gemacht hat. Das h\u00e4tte auch ein Kiosk sein k\u00f6nnen oder ein anderer funktionaler Bau. Aber der Platz, der Kiez und alles drumherum, waren schon toll. Und nat\u00fcrlich hat die Geschichte des Ortes bei der Zwischennutzung als \u201eRadstelle\u201c seine Ikonographie voll ausgespielt.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Was war die skurrilste oder ber\u00fchrendste Begegnung, die du in diesen 14 Monaten an der Tankstelle erlebt hast?<\/em><em><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Es gab eine Reihe toller Momente in der Zeit und bemerkenswerte Begegnungen. Ich mag ja die stillen Geschichten. Wir sa\u00dfen noch zusammen nach einem Fahrradflohmarkt am Samstag, als eine junge Mutter mit zwei Kindern vor dem Schaufenster hielt. Eines im Kindersitz, das andere schon auf einem kleinen Rad. Die Entt\u00e4uschung war gro\u00df, denn die Kleine wollte einen Fahrradkorb f\u00fcr ihr Kinderrad kaufen. Zuf\u00e4llig hatte ich noch einen bunten passenden Korb von einem gespendeten Rad. Und du kannst dir die zun\u00e4chst zur\u00fcckhaltende und dann ungebremste Freude des kleinen M\u00e4dchens kaum vorstellen. Ich bekomme jetzt noch G\u00e4nsehaut. Wir haben den Korb dann gleich am Rad befestigt und haben von drinnen ganz ger\u00fchrt zugeschaut, wie die drei vom Tankstellenhof fuhren.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Wenn Geld und Genehmigungen keine Rolle spielen w\u00fcrden: Wie s\u00e4<\/em><em>he dein idealer, permanenter <\/em><em>\u201eFahrrad<\/em><em>\u201c<\/em><em>-Ort aus?<\/em><em><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Bis auf die Miete, spielt aus meiner Sicht Geld ohnehin eine eher untergeordnete Rolle. Und zwar auch, weil der ideale Ort immer ein bisschen unfertig und \u201eroh\u201c ist und damit zum Mitmachen einl\u00e4dt. In meiner Idealvorstellung, ist der Ort einladend und so inklusiv, wie das eben m\u00f6glich ist. Barrieren und Einstiegsh\u00fcrden sollten m\u00f6glichst gering sein, so dass sich jeder und jede willkommen f\u00fchlen darf. Das darf auch gerne immer wieder neu ausgehandelt und kommuniziert werden, weil nur so wirklich Offenheit entstehen kann. Die ehemalige Tankstelle war schon ziemlich ideal. Auch und vor allen Dingen, weil der Vorplatz zur Verf\u00fcgung stand und damit ein privater Raum, der \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich war. Das hat es f\u00fcr Viele leicht gemacht unverbindlich dazu zu kommen. Sei es um an einer Aktion teilzunehmen, einen Film zu schauen, wenn das Tor zur Waschhalle einladend offen stand, oder um einfach nur zu quatschen und dabei zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Gedanken hinter \u201e<\/strong><strong>Life Cycle<\/strong><strong>\u201c<\/strong><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>In deinem Buch \u201e<\/em><em>Life Cycle<\/em><em>\u201c schreibst du \u00fcber das Leben auf zwei R\u00e4dern. Ist das Fahrrad f\u00fcr dich eher eine Form von Meditation, von politischem Widerstand oder einfach die wunderbarste Erfindung die je gemacht wurde? <\/em><em><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Ich kann mir eine Welt ohne Fahrr\u00e4dern wirklich ganz schlecht vorstellen. Insofern ist es wohl tats\u00e4chlich die wunderbarste Erfindung die je gemacht wurde. Und darum geht es ja im Grunde auch in dem Buch. Ich m\u00f6chte gerne zeigen auf welch vielf\u00e4ltige Art und Weise das Fahrrad das Leben vieler Menschen ver\u00e4ndert und positiv beeinflusst. Das musste ich mir nicht ausdenken, mir sind im Leben viele lebendige Beispiele daf\u00fcr \u00fcber den Weg gelaufen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Viele reden von der \u201eVerkehrswende<\/em><em>\u201c<\/em><em>. Du redest oft von \u201eLebensqualit\u00e4t<\/em><em>\u201c<\/em><em>. Wo liegt f\u00fcr dich der entscheidende Unterschied im Wording?<\/em><em><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Verkehrswende ist so ein herrlich technischer Begriff. Der Ingenieur in mir sollte begeistert sein: man muss nur hier ein bisschen drehen und dort ein bisschen schrauben, dann hat man das Verkehrssystem ver\u00e4ndert und mit etwas Gl\u00fcck CO2 reduziert und andere messbare Effekte erzielt. Wir sind so versessen darauf Zahlen, Daten und Fakten zu generieren, dass wir die naheliegensten Aspekte aus dem Blick verlieren: Rad fahren macht einfach Spa\u00df, es ist f\u00fcr viele Leute erschwinglich und f\u00fcr die meisten Menschen von Vorteil. Und selbst die, die das Fahrrad nicht nutzen k\u00f6nnen oder wollen profitieren von einem Verkehrssystem, das aufs Fahrrad setzt. Durch mehr Platz &#8211; zum Beispiel auch f\u00fcr Rollis und Fu\u00dfg\u00e4nger, ja sogar f\u00fcr die Autos, die dann noch unterwegs sind. Geringere Geschwindigkeiten reduzieren das Risiko. Das mit dem Emissionen, Gesundheit und so weiter kommt dann als Sahneh\u00e4ubchen noch hinzu. Aber die unmittelbaren Vorteile f\u00fcr den und die Einzelne\/n sind unschlagbar.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Hat das langsame Reisen mit dem Rad deine Wahrnehmung von Zeit und Geduld ver\u00e4<\/em><em>ndert?<\/em><em><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Das w\u00fcrde ich eher nicht sagen. Aber das Gef\u00fchl von Raum und Bed\u00fcrfnissen \u00e4ndert sich mit der Erfahrung langer Radreisen. Schon nach einer Woche kommt es mir manchmal danach komisch vor in geschlossenen R\u00e4umen zu sein und nicht den freien Himmel \u00fcber mir zu haben. Und man merkt schnell auf dem Rad, wie wenig man tats\u00e4chlich zum Leben braucht. Das passt in ein paar Radtaschen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Wir leben in einer zunehmend digitalen Welt. Warum scheint das physische, mechanische Objekt \u201eFahrrad\u201c gerade jetzt wieder so eine starke Sehnsucht bei den Menschen auszul<\/em><em>\u00f6<\/em><em>sen?<\/em><em><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Ich erlebe das nicht als Renaissance. F\u00fcr mich pers\u00f6nlich war das Rad immer da und spielte eine starke Rolle. Und im Zusammenhang mit der R\u00fcckbesinnung auf das Analoge und das Erlebnis, spielt dann nat\u00fcrlich auch das Fahrrad eine Rolle. Manche entdecken das neu, aber aus meiner Sicht war das nie wirklich weg.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Was antwortest du Kritikern, die sagen, dass Fahrradkultur ein Luxusproblem f\u00fcr eine privilegierte Stadtgesellschaft sei?<\/em><em><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Da habe ich ja das Gl\u00fcck, dass ich auf dem platten Land in der Kleinstadt lebe. Im Ernst: das ist wirklich so eine polarisierende Diskussion, die man sich nur ausdenken kann, wenn man spalten will. Hier vor Ort ist das Auto eines der Hauptverkehrsmittel. Und gleichzeitig ist das Fahrrad traditionell stark vertreten. Und nicht nur f\u00fcr Kinder und Jugendliche das Hauptverkehrsmittel. Mit dem E-Bike hat sich der Aktionsradius vieler Menschen mit dem Rad extrem vergr\u00f6\u00dfert, Transportr\u00e4der sind eine kosteng\u00fcnstige Alternative &#8211; nicht nur f\u00fcr Familien, Und werden hier ebenso genutzt wie in der Gro\u00dfstadt. Das hat mit Ideologie wenig zu tun, das sind praktische Lebensentscheidungen, die sich ganz unmittelbar auch auf das Ortsbild und die Entscheidungsfindung auf dem Land auswirken.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Zukunft und das Verm\u00e4chtnis<\/strong><strong><\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p><em>Wie gehst du pers<\/em><em>\u00f6<\/em><em>nlich mit R\u00fcckschl\u00e4gen um, wenn Projekte oder Visionen z.B. an b\u00fcrokratischen H\u00fcrden scheitern?<\/em><em><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Scheitern geh\u00f6rt ja irgendwie dazu. Wenn immer alles klappen w\u00fcrde, w\u00e4re die Idee vielleicht nicht ungew\u00f6hnlich oder ambitioniert genug. Und oft sind es ja auch nicht Beh\u00f6rden oder Genehmigungen. Ich habe im Gegenteil oft sehr viel Unterst\u00fctzung bekommen. Der Ort, fehlende Mitstreiterinnen und Mitstreiter oder schlicht Jahreszeit oder Gesundheit, k\u00f6nnen viel gr\u00f6\u00dfere Gegner sein.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Wenn du die Chance h\u00e4ttest, dem Bundesverkehrsminister f\u00fc<\/em><em>r f<\/em><em>\u00fcnf Minuten auf einem Tandem die Welt zu erkl\u00e4ren: Was w\u00e4re deine Kernbotschaft?<\/em><em><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Puh, f\u00fcnf Minuten auf dem Tandem. So wie ich Verkehrsminister im Allgemeinen einsch\u00e4tze, m\u00fcsste ich vor allen Dingen erkl\u00e4ren, das er (in der Regel ist es ja ein er), sich in der Kurve nicht gegen die Fahrrichtung lehnt und das wir gemeinsam strampeln oder gemeinsam damit aufh\u00f6ren. Und das ist ja vielleicht auch ein sch\u00f6nes Bild: im Grunde geht es nur zusammen, obwohl nur einer (oder eine) lenkt und der\/die andere Vertrauen haben muss. Das Vertrauen, dass es mit der \u201eVerkehrswende\u201c in die richtige Richtung geht, muss man sich ein St\u00fcck weit verdienen. Und dabei sollte man niemanden zur\u00fccklassen. So wie oben beschrieben: sichere St\u00e4dte f\u00fcr acht bis 80 J\u00e4hrige. Das w\u00e4re meine Botschaft.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Wo siehst du dich und die deutsche Fahrradkultur im Jahr 2035? Sind wir dann \u00fcber die Grabenk\u00e4mpfe \u201eAuto gegen Rad\u201c hinweg?<\/em><em><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>H\u00f6rmal, wir sind in Deutschland und das ist ein emotionales Thema. Dar\u00fcber macht man keine Sp\u00e4\u00dfe, das ist unsere Kultur: Nein, Spa\u00df. Ich habe gelernt: schnell geht in diesem Zusammenhang nichts. Und zehn Jahre sind daf\u00fcr wirklich eine kurze Zeit. Weil wir auch eben so sind, wie wir sind.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Zum Abschluss: Wenn dein Leben eine Fahrradtour w\u00e4re \u2013 an welchem Punkt der Strecke befindest du dich gerade? Steilhang, Abfahrt oder entspanntes Rollen an der K\u00fc<\/em><em>ste?<\/em><em><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Ich rolle gerade ganz entspannt am Deich entlang. Die Projekte der letzten Jahre waren so etwas wie mein Lebenstraum und ich habe aus meiner Sicht gezeigt, was da geht und dass das m\u00f6glich ist. Jetzt radel\u2019 ich entspannt zum n\u00e4chsten Rad-Ort. Irgendwo wird sich eine Gelegenheit ergeben.<\/p>\n\n\n\n<p>Lieber Frank, vielen Dank f\u00fcr das tolle Interview! Ich werde auf alle F\u00e4lle Stammleser Deines Blogs <a href=\"https:\/\/frankys.blog\/\">https:\/\/frankys.blog\/<\/a> bleiben.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Jahr 2019 habe ich angefangen den Blog \u201eRockYourGoal\u201c zu schreiben, und damals war es wirklich nur ein kleiner Blog der einem einzigen Zweck gewidmet war. Er sollte es Menschen aus meinem nahen Umfeld erm\u00f6glichen, mich auf meiner noch verbleibenden Lebensreise zu begleiten. 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