{"id":21055,"date":"2025-12-24T07:00:00","date_gmt":"2025-12-24T06:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/rockyourgoal.de\/?p=21055"},"modified":"2025-12-17T09:40:41","modified_gmt":"2025-12-17T08:40:41","slug":"seen-blind-umrundet","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/rockyourgoal.de\/es\/seen-blind-umrundet\/","title":{"rendered":"\u00dcber 100 Seen blind umrundet"},"content":{"rendered":"<p class=\"has-text-align-center\"><em>Interview mit Regina Vollbrecht und Roland Zimmermann<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Ich bewundere alle Menschen die ihre Komfortzone verlassen, raus in die Natur gehen, Wind und Wetter sp\u00fcren und ihr Leben in die Hand nehmen und intensiv gestalten. Deshalb \u00a0empfinde ich w\u00e4hrend jeder \u201eFreigabe\u201c einer Seenumrundung gro\u00dfe Zufriedenheit, denn dahinter steckt die Leistung eines Menschen der die Couch verlassen hat und sich motivieren lie\u00df sein Leben aktiv und gesund gestaltet.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Vor wenigen Wochen erreichte mich eine Email von Regina Vollbrecht die f\u00fcr mich etwas ganz Besonderes war und die ich seither mehrmals gelesen habe. Und sie ber\u00fchrt mich auch nach mehrmaligem Lesen nach wie vor. Wenn ich dieses Email lese, dann empfinde ich gro\u00dfe Hochachtung und Stolz auf die Leistung die dort beschrieben wird, aber noch mehr f\u00fcr die pers\u00f6nliche Initiative die dahintersteckt.<\/p>\n\n\n\n<p>Regina und ihr Partner Roland haben \u00fcber 100 Seen zu Fu\u00df umrundet. Das an sich ist bereits eine unglaubliche Leistung, aber Regina und Roland sind blind! <\/p>\n\n\n\n<p>Sie haben jeden See ohne die Hilfe ihrer Augen umrundet, ohne sehen zu k\u00f6nnen wohin der Weg f\u00fchrt, ob Hindernisse den Weg versperren, jeder Schritt ins Ungewisse, nur mit der Hilfe eines Blindenstockes.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Geschichte von Regina und Roland ist eine Geschichte von au\u00dfergew\u00f6hnlichen Menschen und ich freue mich sehr, dass sie sich bereit erkl\u00e4rt haben ihre Geschichte in Form eines Interviews zu erz\u00e4hlen. Daf\u00fcr m\u00f6chte ich mich bereits jetzt vielmals bedanken.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"640\" height=\"428\" src=\"https:\/\/rockyourgoal.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/see-640x428.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-21058\" srcset=\"http:\/\/rockyourgoal.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/see.jpg 640w, http:\/\/rockyourgoal.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/see-18x12.jpg 18w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><em>Liebe Regina,<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>lieber Roland<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>als Erstes m\u00f6chte ich euch im Namen des gesamten Teams danken, dass ihr uns euer Vertrauen schenkt und bei der Iron Lake Challenge mitmacht. Wie bereits in meinen einleitenden Worten beschrieben, umrundet ihr die Seen blind. H\u00e4tte mich jemand vor ein paar Monaten gefragt, h\u00e4tte ich gesagt das sei nicht m\u00f6glich. Aber ihr beweist das Gegenteil.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Deshalb vielen Dank f\u00fcr dieses kleine Interview.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wer seid ihr, von wo kommt ihr und wann (und wie) seid ihr auf die Idee gekommen Seen zu Fu\u00df zu umrunden?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Wir sind Regina Vollbrecht und Roland Zimmermann. Beide sind wir berufst\u00e4tig und leben in Heiligensee, einem Ortsteil im Norden von Berlin, wo wir in unserem Haus mit Garten wohnen. Bis zum Tegeler Forst sind es nur wenige hundert Meter und recht nah sind auch der Heiligensee und der Tegeler See, die wir nat\u00fcrlich beide auch schon umrundet haben. Wir beide sind blind.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Seit einigen Jahren haben wir das Wandern um Seen f\u00fcr uns entdeckt. Es begann ganz \u201eharmlos\u201c. &nbsp;Im Jahr 2015 wollten wir allein wandern und \u00fcberlegten, was f\u00fcr uns machbar ist. So umrundeten wir die M\u00fcritz, was uns gro\u00dfen Spa\u00df gemacht hat. Stolz waren wir, die knapp 90 km bew\u00e4ltigt zu haben und dabei stets auf nette Menschen getroffen zu sein.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Zum Umrunden von Seen haben wir uns entschieden, weil man dabei nah an der Natur ist, des \u00d6fteren die Wellen h\u00f6ren kann und weil sie uns als gute Orientierung dienen. Sollten wir einmal den Weg verloren haben, so k\u00f6nnen wir andere Passanten ganz konkret fragen: \u201eWo geht es lang, der See soll zur rechten liegen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Im Jahr 2022 umrundeten wir dann mit meiner ebenfalls blinden Freundin den Schweriner See. Tja, so hatten wir nun die beiden gr\u00f6\u00dften Seen von Mecklenburg. und als wir beim Abendessen sa\u00dfen, stellte ich die Frage: Wie hei\u00dfen denn eigentlich die gr\u00f6\u00dften Seen eines jeden Bundeslandes?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Damit war die Idee f\u00fcr unser Wanderprojekt geboren und uns packte die Seeumrundungsleidenschaft.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Also umwanderten wir noch in 2022 den Geiseltalsee in Sachsen-Anhalt, im M\u00e4rz 2023 den Chiem- und Ammersee in Bayern. Der Starnberger See hatte damals keinen Platz im Urlaub, ist aber auch noch dran. 2023 f\u00fchrten uns unsere Wanderungen um den Edersee in Hessen und das Steinhuder Meer in Niedersachsen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Wenn wir schon in einem Bundesland sind, umrunden wir auch immer noch andere Seen, damit sich die Fahrt dorthin auch lohnt.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>So wuchs unser Projekt, zun\u00e4chst sollten es die drei gr\u00f6\u00dften Seen eines jeden Bundeslandes werden &#8211; vorausgesetzt, der See ist auch mit dem \u00d6PNV erreichbar.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>2024 umwanderten wir in Baden-W\u00fcrttemberg Schluch-, Titisee usw., in Sachsen den B\u00e4rwalder See, in Schleswig-Holstein den Gro\u00dfer Pl\u00f6ner See und in Th\u00fcringen die Bleiloch-Talsperre.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>In diesem Jahr bew\u00e4ltigten wir u.a. in Brandenburg den Sedlitzer See und in NRW die M\u00f6hnetalsperre.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Als wir mit dem Umwandern von Seen gestartet waren, hatten wir keine Ahnung von der Iron Lake Challenge, auf die sind wir erst sp\u00e4ter gesto\u00dfen und nun sind wir m\u00e4chtig stolz, dabei sein zu d\u00fcrfen. Das Sammeln der Medaillen bietet einen zus\u00e4tzlichen Anreiz!<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was sind die gro\u00dfen Herausforderungen f\u00fcr euch, die Seen blind zu umrunden?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Herausforderungen sind die Planung der Touren um die Seen mit ihren Hin- und R\u00fcckwegen und den Unterk\u00fcnften in den Vorbereitungsphasen und dann nat\u00fcrlich all das, was an Ungewissem auf den Wanderungen selbst auf uns wartet.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Jeder Sehende kann sich die Lage und Entfernung eines Sees zu einem Ort auf der Karte anschauen. Dies ist uns so nicht m\u00f6glich und so recherchieren wir &nbsp;viel im Web z.B. wo sich der See befindet und pr\u00fcfen, ob und wie er mit dem \u00d6PNV erreichbar ist.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Unsere Computer und Smartphones verf\u00fcgen \u00fcber eine Sprachausgabe. Am PC nutzen wir noch eine Braillezeile, ein Ausgabeger\u00e4t, auf dem wir die Bildschirmtexte in Blindenschrift lesen k\u00f6nnen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Ist der See mit dem \u00d6PNV erreichbar, dann dauert die Reise meist doppelt oder dreimal solange, als wenn wir mit dem Auto anreisen k\u00f6nnten. Manchmal m\u00fcssen wir auch f\u00fcr die letzten Kilometer ein Taxi nutzen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Alle Touren m\u00fcssen sehr genau vorbereitet werden, dazu bei der n\u00e4chsten Frage gern mehr.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Auf den meisten unserer Touren sind wir allein unterwegs. Wir ertasten also alle Wege mit dem Blindenstock. Das hei\u00dft, wir m\u00fcssen den ganzen Tag hoch konzentriert sein. Dabei erschweren Poller, Fahrradschranken, schlammige Wege, kleine Pfade oder stark befahrene Stra\u00dfen die Wanderung sehr.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Und sind wir am Ziel, dann brauchen wir trotzdem noch Energie f\u00fcr den R\u00fcckweg. So muss die Bushaltestelle erst einmal gefunden werden und wir m\u00fcssen lauschen ob beispielsweise ein Bus oder ein LKW kommt usw.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Erst wenn wir in der Unterkunft oder Zuhause angekommen sind, erst dann ist die Tour f\u00fcr uns wirklich geschafft.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie sieht eine typische Vorbereitung auf eine Umrundung\u00a0 f\u00fcr euch aus?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Eine gute Planung ist f\u00fcr uns ein ganz wichtiger Schritt, um auf m\u00f6glichst viele Eventualit\u00e4ten vorbereitet zu sein. Auf alles kann man sich nicht vorbereiten, etwa auf vieles, was man so mit der Bahn erlebt, aber es ist gut schon im Vorfeld eine Idee zu haben, welche M\u00f6glichkeiten es gibt, wenn dieser oder jener Fall eintritt.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Wir pr\u00fcfen, ob der See mit dem \u00d6PNV erreichbar ist und ob dies auch f\u00fcr das Wochenende gilt, denn Sonnabends oder Sonntags ist ja gerade der Busverkehr eingeschr\u00e4nkter. Hierf\u00fcr nutzen wir die Apps des \u00d6PNV und Google-Maps.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>F\u00fcr die Wanderungen laden wir GPX-Dateien aus dem Internet herunter, die wir auf Komoot und anderen Portalen finden. Unser guter Freund Karl schaut nach, ob die Tourenf\u00fchrung stimmt. Manchmal haben Radler noch zus\u00e4tzliche Runden auf Parkpl\u00e4tzen gedreht oder Wanderer einen anderen Abstecher unternommen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Karl korrigiert dies und passt Unterk\u00fcnfte oder den Bahnhof als Start\/Ziel in die Touren ein. Die so fertige GPX-Datei laden wir dann in die Komoot-App.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>F\u00fcr viele der Touren erstellt Karl zus\u00e4tzlich eine Beschreibung, denn die Ausf\u00fchrungen von Komoot sind oft nicht so genau. Es beschreibt keine Kreuzungen, wo man sich ggf. verlaufen k\u00f6nnte oder welcher Weg etwa an Gabelungen zu nehmen ist.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Roland l\u00e4uft mit der Komoot-App vorweg und ich habe die Tourenbeschreibung als Text auf dem Smartphone. Wie gesagt, die Smartphones haben eine Sprachausgabe, auch wenn Komoot nicht barrierefrei zu bedienen ist, so navigieren wir uns mit Navi und Tourbeschreibung durch die Welt. In dieser Kombi und zu zweit funktioniert das ganz gut.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Dann m\u00fcssen wir noch Unterk\u00fcnfte suchen, die m\u00f6glichst direkt an unseren Touren liegen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Auch da verr\u00e4t uns Karl, ob eine \u00dcbernachtungsm\u00f6glichkeit optimal liegt: Nahe am See bedeutet f\u00fcr einen Auto- oder Radfahrer etwas anderes als f\u00fcr uns Wanderer. Wir selbst versuchen uns mit der App von Booking.com schon einen \u00dcberblick \u00fcber Unterk\u00fcnfte im Zielgebiet zu verschaffen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Herausfordernd ist dann an der Unterkunft, wenn wir nur \u00fcber die Code-Eingabe am Key-Boy an unseren Schl\u00fcssel kommen. Weil es zunehmend immer weniger Personal gibt, bereitet uns das h\u00e4ufig Probleme.<\/p>\n\n\n\n<p>Logistisch m\u00fcssen wir auch \u00fcberlegen, wie das mit unserer Verpflegung funktioniert, denn in einer fremden Stadt einen Supermarkt aufsuchen, nun auch das ist f\u00fcr uns deutlich schwieriger. \u00dcbernachten wir in einem Hotel., dann stellt sich das Problem weniger, sind wir in einer Ferienwohnung, dann nehmen wir zumindest f\u00fcr die ersten eins\/zwei Tage mit, was wir ben\u00f6tigen. Das belastet nat\u00fcrlich dann unser Gep\u00e4ck.<\/p>\n\n\n\n<p>Finden wir etwa f\u00fcrs Abendessen kein Restaurant in der fu\u00dfl\u00e4ufigen N\u00e4he, dann bem\u00fchen wir schon mal Lieferdienste wie Lieferando.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie viele Seen habt ihr bereits umrundet und wo habt ihr sie umrundet?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>In diesem Jahr sind wir um den Laacher See gewandert. damit haben wir das Projekt, den gr\u00f6\u00dften See eines jeden Bundeslandes zu umrunden, abgeschlossen. Wir waren also in allen 16 Bundesl\u00e4ndern unterwegs und haben uns gefreut, so viele Gegenden kennenzulernen. Ohne die Seeumrundungsleidenschaft w\u00e4ren wir z.B. nicht auf Wilhelmsstein, der Insel im Steinhuder Meer gelandet, wo wir auch \u00fcbernachtet haben. Diese Insel ist ein traumhafter Platz, wenn ab dem sp\u00e4ten Nachmittag alle Touristen weg sind.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Da wir in Berlin wohnen, waren wir hier nat\u00fcrlich auch unterwegs und haben alle Seen umrundet, die zur Iron Lake Challenge Berlin geh\u00f6ren. Das war unsere erste Medaille, die wir erreicht haben.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Naja, und als ich sagte, ob wir 100 Seen schaffen k\u00f6nnten? Da waren meine Gespr\u00e4chspartner etwas skeptisch. Nun, inzwischen sind es 123 Seen mit zusammen mehr als 1.500 km, die wir gemeistert haben.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Welcher See hat euch besonders gefordert und warum?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Da m\u00fcssen wir gar nicht lange \u00fcberlegen. Es war sozusagen, was das Bundesl\u00e4nder-Seen-Projekt betrifft, der kleinste See mit den gr\u00f6\u00dften Herausforderungen. Wahrscheinlich kennt ihn kaum jemand, den Sportparksee Grambke &#8211; er ist der Gr\u00f6\u00dfte Bremens.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Anfang Dezember 2023 fiel der erste Schnee, was wir bei Buchung von Unterkunft etc. so nicht auf der Rechnung hatten.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Am Freitag Nachmittag starteten wir ins Wochenende mit einer Stadtf\u00fchrung f\u00fcr uns als blindes Paar in Bremen. Wir \u00fcbernachteten auf dem Hotelschiff <\/em>Alexander von Humboldt. Am Sonnabend Morgen lag in Bremen auch immer noch Schnee. Wir k\u00f6nnen so nur sehr schwer die Wege ertasten, machten uns aber trotzdem auf den Weg. Wir kamen zun\u00e4chst auch gut voran, aber immer wenn wir mit Passanten sprachen, sagten diese, dass die Umrundung nicht m\u00f6glich sei. Der letzte Teil sei ein Pfad und dieser stehe unter Wasser.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Dies trat dann leider auch ein und so mussten wir aufgeben, denn bei Schnee und Eis durchs Wasser zu waten, das war dann doch unm\u00f6glich. Zudem hatten wir f\u00fcr den Nachmittag auch die R\u00fcckfahrt gebucht, sodass wir unter Zeitdruck geraten w\u00e4ren.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Ich selbst (Regina) war damals so unendlich entt\u00e4uscht, dass wir nun die Stadt ohne einen einzigen See gemeistert zu haben, verlassen w\u00fcrden.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>So kehrten wir im Juni 2024 zur\u00fcck. Nach jeder Tour schreibe ich immer einen Reisebericht und daher zitiere ich am besten aus diesem:<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Wir treffen einen Passanten, der uns nach dem Ziel unserer Tour fragt. \u201eWir wollen den Sportparksee Grambke umrunden.\u201c Er sagt: \u201emit Ihren Schuhen k\u00f6nnen Sie auf jeden Fall nicht um den See laufen. Au\u00dferdem liegen viele B\u00e4ume im Weg.\u201c Er sei im November da gewesen und alles war \u00fcberflutet. Nun, ich hoffe, dass er nicht recht hat (schlie\u00dflich sind seit November einige Monate und Jahreszeiten ins Land gegangen) und das nun heute alles klappen wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach 4,5 Kilometern haben wir das Westende erreicht. Wir biegen auf einen ganz kleinen und schmalen Feldweg nach rechts ab, den See, ganz nah zur rechten.<\/p>\n\n\n\n<p>Tats\u00e4chlich, der gesamte Weg ist \u00fcberflutet. Wir versuchen uns dicht zwischen B\u00fcschen und Wasserkante zu halten und stehen dann aber doch kn\u00f6cheltief im Wasser. Einen Moment \u00fcberlegen wir zwar zur\u00fcckzugehen, aber der R\u00fcckweg w\u00e4re auch nicht ganz leicht zu finden. Au\u00dferdem w\u00e4re dann klar, dass wir auch dieses Mal an diesem See scheitern w\u00fcrden. Also tappen wir weiter, hoffend, dass wir den Weg meistern. . Dornengestr\u00fcpp versperrt den Pfad, herumliegende B\u00e4ume, wo wir dr\u00fcber klettern oder drunter durch tauchen m\u00fcssen, erschweren uns den Weg sehr. Irgendwann verlieren wir auch diesen kleinen Trampelpfad im Wasser und \u00fcberlegen hin und her, was wir machen k\u00f6nnen. Da uns Komoot nicht auf unseren versunkenen Weg zur\u00fcckf\u00fchren kann, entscheiden wir uns auf die Stra\u00dfe zuzugehen, die wir in der Ferne h\u00f6ren. Aber dann stellen wir fest, dass das nicht geht, weil ein Ausl\u00e4ufer des Sees zwischen uns und der Stra\u00dfe im Weg ist. Also folgen wir dem Gew\u00e4sser und irgendwann finden wir gl\u00fccklicherweise den Pfad, der uns nach einiger Zeit des Herumirrens wieder zum Heinrich-M\u00fcller-Weg f\u00fchrt, wo diese Seeumrundung begann &#8211; zerkratzt und mit v\u00f6llig durchn\u00e4ssten und verschmutzten Schuhen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir sind heilfroh und freuen uns endlich wieder z\u00fcgigen Schrittes und viel befreiter weiter wandern zu k\u00f6nnen. Es ist bereits 18:00 Uhr und den Weg, um zum Bahnhof zur\u00fcckzukehren, den haben wir wohl verpasst, und nun gut sagen wir, dann nehmen wir uns also noch den zweiten See des Tages vor, den Dunger See. Sp\u00e4ter stehen wir dann vor der Herausforderung, dass eine Br\u00fccke, die unsere App uns weist, inzwischen abgerissen wurde und wir so wieder vor einem un\u00fcberwindbar scheinenden Gew\u00e4sser stehen. Wir h\u00f6ren Passanten auf dem anderen Ufer des Zulaufs, die wir um Hilfe rufen. Sie zeigen uns Flussaufw\u00e4rts eine existierende Br\u00fccke und so erreichen wir nach weiteren 6 km v\u00f6llig ersch\u00f6pft unsere Ferienwohnung. &#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Aber am Sonntag fahren wir nach Berlin zur\u00fcck, um sieben Seen reicher und Stolz auf unsere Abenteuer.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Sieben Seen, da wir am Sonntag noch die Seenkette im B\u00fcrgerpark und den Uni-See umrundet haben.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Welche Ausr\u00fcstung nutzt ihr f\u00fcr eure langen Wanderungen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Zus\u00e4tzlich zu all dem, was auch alle Wanderer sonst nutzen, nur unsere Blindenst\u00f6cke. Wir haben auch immer einen Ersatzstock dabei, sollte mal einer kaputt gehen. Der Stock ersetzt&nbsp; ja unsere Augen, um Wege und Hindernisse zu erkennen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Dann haben wir noch eine Halterung an unserem Rucksack, damit wir das Handy nah am Ohr tragen k\u00f6nnen, da wir unbedingt die akustischen Anweisungen des Navis ben\u00f6tigen. Besonders wichtig ist f\u00fcr uns auch die Powerbank, denn wir sind absolut auf unser Smartphone angewiesen. Es ist f\u00fcr uns die einzige M\u00f6glichkeit, um unterwegs an Informationen zu gelangen. Wir k\u00f6nnen ja z.B. keinen Fahrplan an den Haltestellen lesen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Wir ziehen auch immer lange Hosen an, weil wir nie wissen, wo uns der Weg lang f\u00fchrt und wir eventuellen Dornen nicht ausweichen k\u00f6nnen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gibt es etwas womit wir blinde Menschen im Alltag besser unterst\u00fctzen k\u00f6nnen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Wir freuen uns immer, wenn wir wertsch\u00e4tzend behandelt werden. Das hei\u00dft, uns nicht etwas abzusprechen, sondern zutrauen zu haben. Wie oft h\u00f6ren wir: \u201eJetzt wird es aber problematisch, vor Ihnen sind Treppen. Oder: Nehmen Sie doch den Lift.\u201c M\u00f6chten Sie den Lift oder die Treppen nehmen? &#8211; das k\u00f6nnte man ganz neutral jeden fragen ohne f\u00fcr uns zu entscheiden, was f\u00fcr uns gut, besser und einfacher ist.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Irgendwie sehen die meisten Menschen nur unsere Blindheit, was f\u00fcr sie Gleichbedeutend mit Elend und Schrecken ist. Wie oft h\u00f6ren wir, oh Gott, sie sind blind, wie schrecklich und wenn ich blind w\u00e4re, dann w\u00fcrde ich&#8230;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Zu Schrecken und Elend passen dann nun mal nicht Lebensqualit\u00e4t und F\u00e4higkeiten, den Alltag zu meistern, was wir jedoch t\u00e4glich in Beruf und Freizeit beweisen. Wir verf\u00fcgen \u00fcber nicht mehr aber auch nicht \u00fcber weniger F\u00e4higkeiten, wie alle anderen Menschen. Dies anzuerkennen und entsprechend behandelt zu werden, dies w\u00fcnschen wir uns sehr.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Oft haben wir das Gef\u00fchl, dass unsere Gegen\u00fcber die Augen schlie\u00dfen und dann geht in deren Vorstellung eben nichts mehr; und dies \u00fcbertragen sie dann auf uns. So kommt es dann, dass wir nach unseren Betreuern gefragt werden, angenommen wird, dass wir im Heim leben oder Langeweile schieben, da wir ja nicht arbeiten gehen k\u00f6nnen. In Arztpraxen etwa werden wir gefragt, ob wir uns allein entkleiden oder anziehen k\u00f6nnen \u2013 davon k\u00f6nnten wir tausende Beispiele erz\u00e4hlen die unterstreichen, dass man uns eigentlich nichts zutraut. Das wir aber selbst wissen, was wir k\u00f6nnen, wir selbst die Verantwortung f\u00fcr unser Handeln \u00fcbernehmen und einsch\u00e4tzen k\u00f6nnen, was gut f\u00fcr uns ist, das gesteht man uns sehr oft nicht zu und dies ist weit schmerzhafter, als unsere Beeintr\u00e4chtigung.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Also, gern kurz beobachten und dann ggf. fragen: \u201eKann ich Ihnen helfen?\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Und, sollten wir keine Unterst\u00fctzung w\u00fcnschen, so ist das auch okay, denn jeder darf selbst entscheiden.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Welche Ziele habt ihr euch \u00a0f\u00fcr 2026 f\u00fcr die Iron Lake Challenge und f\u00fcr euer Leben gesetzt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Fit und gesund bleiben, ist das wichtigste Ziel.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Im Jahr 2026 wollen wir die zehn gr\u00f6\u00dften Seen von Sachsen komplettieren. Auch versuchen wir, die drei noch offenen Seen der Top Ten von Deutschland zu umwandern.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Und wenn es uns z.B. an den Starnberger See f\u00fchrt, freuen wir uns, Dich lieber Uwe zu treffen! Vielleicht k\u00f6nnen wir dann ja mal ein St\u00fcck gemeinsam wandern.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Vielen Dank f\u00fcr das interessante Interview!<\/em><\/strong> <strong><em>Gemeinsam mit euch am Starnberger See zu wandern w\u00e4re wunderbar. <\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Uwe<\/em><\/strong><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Interview mit Regina Vollbrecht und Roland Zimmermann Ich bewundere alle Menschen die ihre Komfortzone verlassen, raus in die Natur gehen, Wind und Wetter sp\u00fcren und ihr Leben in die Hand nehmen und intensiv gestalten. 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