Weihnachten im Lausitzer Seenland
Cita de Uwe en 7. enero 2026, 11:30Danke an Regina für den tollen Bericht!
Weihnachten im Lausitzer Seenland
Montag, 22.12.2025
Barbara (meine Schwiegermutter) kommt um 9:30 Uhr und wir verladen reichlich Viel ins Auto. Wir haben ein Häuschen im Ferienpark Senftenberg gemietet (Bernhard-Kellermann-Straße 2b-c) und nehmen einiges an Getränken und Lebensmitteln mit. Diesmal landen auch Winterjacke und zusätzliche Winterstiefel im Gepäck.
Anderthalb Stunden später stehen wir am Gräbendorfer See. Er entstand bis 2007 durch Flutung des ehemaligen Braunkohletagebaus Gräbendorf. Es ist einer der Lausitzer Seen mit einem Asphaltierten Rundweg. Ich liebe es unbeschwert auf solchen Wegen zu wandern. Der See liegt zur linken.
Wir folgen dem Südwestufer und kommen unter anderem an einem Campingplatz vorbei, wo man in Blockhäuschen wohnen kann. Sogar ein „Restaurant zum Blockhaus“ gibt es dort. Ist im Sommer bestimmt herrlich. Zur rechten gibt es lange Zeit einen Zaun, hinter dem sich, passend zur Weihnachtszeit, Kiefern verbergen. Wir treffen zwei Radfahrer, zwei Jogger und zwei Fußgänger. Einer von den Radlern fährt ein Dreirad und ruft, als wir ihn ansprechen: „Ich bin ein Kerl von 93 Jahren.“ Mich beeindruckt das zu tiefst, er macht noch einiges aus seinem Leben und bleibt nicht auf der Couch sitzen.
Nach 9,5 Kilometern stehen wir wieder am Auto.
Wir sollen unseren Vermieter eine Stunde vor der Ankunft anrufen, die Anreise ist ab 15:00 Uhr möglich. Das machen wir. Um kurz vor drei sind wir dann im Ferienpark Senftenberg. Doch unser Vermieter lässt auf sich warten. Er hat uns zwischenzeitlich eine Nachricht geschrieben, dass die Seniorchefin erst gegen 15:30 Uhr kommen kann. Diese Info hatten wir nicht gesehen, Roland hatte mit Google Maps navigiert und nicht in die Nachrichten geschaut. Es wird nochmals telefoniert und dann tauchen gegen 15:30 Uhr zwei Herren auf, u.a. der Besitzer selbst. Wir sind natürlich etwas verärgert, weil wir nun über eine halbe Stunde warten mussten. Das sagen wir auch.
Er zeigt das schöne Häuschen mit Bad, zwei Schlafzimmern und dem Wohnbereich. Als Wiedergutmachung wird er uns kostenlos an einem Tag die Sauna anschalten. Er bringt auch von einer Winzerei, mit der sie einen Partnervertrag haben, eine Flasche Rotwein und Glühwein. Perfekt, Entschuldigung angenommen!
Wir wärmen uns mit aromatisiertem Kaffee und Zimtbrötchen auf.
18:30 Uhr geht’s dann mit dem Auto zum Restaurant Sonnenhof. https://sonnenhof-1864.de/
Wir hatten Zuhause bereits die Restaurants vorgebucht. Das war auch gut so, denn manche waren geschlossen oder ausgebucht. Zu Weihnachten wollen wir es uns ja besonders gut gehen lassen.
Dort wählt Roland eine Koschener Pfanne (Schweineländchen mit Schinken ummantelt), Barbara eine Roulade und ich einen Rinder-Zwiebel-Braten. Letzterer ist das teuerste Gericht und das Stück Rind ist dick und recht zäh.
Das monieren wir und als großes Entgegenkommen müssen wir das Essen nicht bezahlen. Wirklich sehr großzügig! Bei leichtem Sprühregen fahren wir in unsere Unterkunft.
Dienstag, 23.12.2025
Nach Rolands gemütlichen Geburtstagsfrühstück fahren wir circa 30 Kilometer zum Parkplatz der Abraum Förderbrücke (Besucherbergwerk) F 60. Wir sind nun südlich von Finsterwalde. Am kommenden Sonnabend wollen wir eine Führung mitmachen, denn derzeit ist geschlossen. Wir müssen ein wenig den Startpunkt der Tour suchen, der Bergheider See liegt zur linken. Er ist ein geflutetes Restloch des ehemaligen Tagebaus Klettwitz-Nord. Benannt wurde der See nach dem Ort Bergheide. Laut Wikipedia begann die Flutung am 1. September 2001 und endete am 19. Mai 2014.
Heute geht es fast ausschließlich auf Waldwegen um das Gewässer. Es sind so einige Pfützen und schlammige Stellen, die uns das vorankommen erschweren. Aber mit sehender Unterstützung fällt es ja schon mal leichter, die Wege zu finden. Bei diesen Touren haben wir deshalb von Karl keine Wegbeschreibungen erstellen lassen. Bei 2° bläst der Wind an einigen Stellen doch kalt und kräftig.
Nach 13 Kilometern stehen wir wieder auf dem Parkplatz. Schön, dass man einfach ins wind geschützte Auto steigen kann und es dort bald warm wird. Wir sind dankbar, dass noch trockne Schuhe im Ferienhaus stehen.
Zurück genießen wir Kaffee und Stolle.
500 Meter sind es bis zum Restaurant Mojito:
https://www.mojito-senftenberg.de/, das wir für unser heutiges Abendessen ausgewählt haben.
Es ist Happy Hour, jeder bestellt einen anderen Cocktail, meiner heißt einfach Haus-Cocktail, hat unter anderem Kokossirup, Himbeeren, Vanille und noch andere Zutaten.
Als Barbara die Speisekarte vorlesen will, ist ihre Brille nicht da. Vermutlich verloren, später taucht diese aber in der Unterkunft auf. Der Kellner bringt ein Kästchen mit mehreren Brillen und so kann sie sich eine passende ausleihen – toll!
Roland und ich entscheiden uns für Hähnchen mit Ragout Feng überbacken und dazu Bratkartoffeln. Barbara wählt ein mit Käse überbackenes Zigeunerschnitzel mit Pommes (das Schnitzel mit Paprikagemüse darf hier tatsächlich noch so heißen).
Mittwoch, 24.12.2025
40 Kilometer geht es heute mit dem Auto nach Groß Särchen. Dafür brauchen wir eine Dreiviertelstunde, hätten wir mit dem ÖPNV fahren müssen, sagt Google eine Zeit von 3 Stunden voraus.
Wir stehen unmittelbar am Knappensee, der sich südöstlich von Hoyerswerda befindet. Knappenrode selbst liegt nördlich. Der See selbst auf dem Gemeindegebiet von Lohsa. In der Nähe waren wir schon als wir den Dreiweiberner See umrundeten.
Wir haben Einige Mühe, den Einstieg der Tour zu finden. Der sächsische See Speicher Knappenrode soll sich links befinden, ist aber anfangs nicht zu sehen,
schließlich aber haben wir ihn dann doch gefunden. Wir folgen dem Ufer zunächst auf einer schönen Promenade. Die Tour führt weiter auf Waldwegen und kleineren Faden. Nach 5 Kilometern kommen wir an der Energiefabrik Knappenrode vorbei. Es ist einer der vier Standorte des Sächsischen Industriemuseums. Sie umfasst das Areal der stillgelegten und inzwischen unter Denkmalschutz stehenden Brikettfabrik Knappenrode, südöstlich des Stadtzentrums von Hoyerswerda.
Später stehen wir im Wald an einem wirklich idyllischen Platz. An einem Bach mit Brücke, steht ein baufälliges Haus mit einem kleinen Türmchen. Zauberhaft.
Weiter geht es - an offenen Stellen weht ein eiskalter Wind, beißend im Gesicht. Wir sind froh, als wir nach 14,5 Kilometern, zwischendurch ließ sich auch die Sonne kurz blicken, wieder am Auto stehen.
Welch ein riesiger Vorteil wieder ins geschützte Auto steigen zu dürfen. Nicht noch lange auf irgendein Verkehrsmittel warten zu müssen. Zurück in der Unterkunft gibt es Kaffee, Stolle oder Brötchen mit einer von mir und meiner Schwägerin selbst bereiteten Pflaumen-Zimt-Marmelade.
Babara kocht für uns Thüringer Klöße, Rotkohl und Wildschweingulasch. Man kann auch Mal Gulasch aus Dosen essen.
Natürlich ist dann die Zeit für die Bescherung. Babara und ich hatten den Aufenthalt in Senftenberg als Geschenk erhalten. Ich bekomme unter anderem einen Gutschein für ein Candle Light Dinner. Roland eine Übernachtung auf der Burgwall Insel im Teterower See. Leider hat kürzlich das Hotel geschlossen, seine Verpachtung soll wieder ausgeschrieben werden.
Donnerstag, 25.12.
Barbara hatte in einer Zeitung entdeckt, dass im Stadthafen von Burg Kahnfahrten angeboten werden. Roland hat vorher gebucht und so nehmen wir Platz auf dem Kahn, eingehüllt in eine Wolldecke. Jeder bekommt einen Pappbecher und kann sich aus einer Thermoskanne Glühwein einschenken.
Unser Fährmann Sebastian stakt uns eine Stunde auf dem Vlies. Mit circa 50 cm ist es recht flach. Er sagt, dass es nicht Brücken, sondern Bänke sind, unter denen wir hindurch gleiten.
Nach der Rückkehr gehen wir zum Aufwärmen für einen heißen Kakao mit Sahne ins Restaurant. Ich freue mich sehr, dass wir danach Spreewaldgurken kaufen. Ich nehme Gewürz- und Knoblauchgurken sowie eine Kräutercreme und einen Meerrettich Senf.
Wieder zurück wärmen wir uns bei einem nepalesischen Kräutertee auf, er schmeckt wie ein Gewürztee. Dazu futtern wir Baumkuchenspitzen.
Zum Abendessen kehren wir im Seestern ein. Es hat die schöne Adresse Straße zur Südsee 1a. Auf https://www.seestern-sfb.de/
Heißt es: „In der Winter- und Weihnachtszeit verwandelt sich unser Restaurant in einen Ort voller Gemütlichkeit und festlicher Stimmung – mit traditionellen Weihnachtsgerichten, winterlichen Aromen und einem Ausblick, der zum Verweilen einlädt.“ Nun, wegen der Dunkelheit ist der Senftenberger See nicht zu sehen. Auch ihn haben wir schon umwandert.
Babara und ich wählen Ochsenbäckchen mit Gemüse und Kartoffelpüree. Roland einen Zwiebelrostbraten an Bratkartoffeln.
Freitag, 26.12.2025
Wir fahren zum Schloss Senftenberg. Eine Breite Einfahrt führt uns in den Schlossinnenhof, wo wir Kanonenrohre befühlen können.
Mit drei Euro pro Person ist der ermäßigte Eintritt äußerst günstig. Im Kellergeschoss erwartet uns eine Ausstellung zur Geschichte der Festung. Hier können wir Kanonen, Kanonenkugeln verschiedener Größe, Möbel und vieles weiteres bestaunen. In der darüberliegenden Etage werden 40 unterschiedlich geschmückte Weihnachtsbäume gezeigt. Neun Frauen aus der Kreativgruppe des Fördervereins haben in diesem Jahr an den Bäumen gearbeitet. Bereits kurz nach Ostern sammelten sie Ideen und setzten sie dann in vielen Stunden Handarbeit um.
Sterne sind aus Stroh oder Makramee gefertigt. Weihnachtskugeln aus Wolle oder anderen Materialien. Weiterer Schmuck aus Perlen, Papier, Naturmaterialien, alten Knöpfen und sogar 3-D gedruckten Kugeln. Besonders eindrucksvoll ist der „Baum des Jahres“, der mit handgefädelten Perlensternen geschmückt ist. Mir gefällt dieser Bereich besonders, vorsichtig können wir den Baumschmuck betasten.
Ebenso wird die Entstehung des Lausitzer Seenlandes gezeigt und es gibt zu guter Letzt noch einer Ausstellung die vermittelt, mit welchen verschiedenen Spielzeugen Kinder in der DDR sich in der Freizeit tummeln durften. Natürlich werden da auch bei mir Kindheitserinnerungen wach, so wird unter anderem auch die Geschichte vom Traumzauberbaum erzählt. An der letzten Station können wir in einen kleinen Bergwerksstollen hinab steigen, der als Modell im Museum installiert ist.
Danach geht es wieder zurück und bei Räucherkerzen und Kaffee genießen wir die Zeit in unserer gemütlichen Wohnung. Nun nutzen Roland und ich das Saunaangebot. Wirklich schön heiß.
Danach gibt es ein Abendessen mit Dingen, die wir einfach noch übrighaben. Rührei mit Schinken und Zwiebeln und kleine Buletten dazu. Zum Abschluss unserer schönen Zeit genießen wir noch ein Gläschen Sekt.
Sonnabend, 27.12.2025
Zu 9:45 Uhr erfolgt die Wohnungsabnahme und Roland bekommt die Kaution von 100 € zurück. Anschließend fahren wir zum nahegelegenen Lidl, um dort für die kommenden Tage einzukaufen; mein Bruder wird am Abend mit seiner Familie zu Besuch kommen – vier gute Esser. Da wir dann doch länger brauchen, es ist ja für uns in Sehender Begleitung immer wieder toll zu erkunden, was es im Laden so gibt, machen wir uns dann auf den Rückweg nach Berlin. Das ist auch ganz gut so, denn in der Lausitz waren es mit -6° und leichtem Reif eine schöne, überzuckerte Landschaft. Als wir nach Berlin kommen, ist es spiegelglatt. Hier sind es 0° und der Regen trifft auf den gefrorenen Boden. Wir kommen gut und Sicher durch und landen gegen 13:30 Uhr nach einer schönen Weihnachtszeit im Lausitzer Seenland wieder wohlbehalten in Berlin.
Danke an Regina für den tollen Bericht!
Weihnachten im Lausitzer Seenland
Montag, 22.12.2025
Barbara (meine Schwiegermutter) kommt um 9:30 Uhr und wir verladen reichlich Viel ins Auto. Wir haben ein Häuschen im Ferienpark Senftenberg gemietet (Bernhard-Kellermann-Straße 2b-c) und nehmen einiges an Getränken und Lebensmitteln mit. Diesmal landen auch Winterjacke und zusätzliche Winterstiefel im Gepäck.
Anderthalb Stunden später stehen wir am Gräbendorfer See. Er entstand bis 2007 durch Flutung des ehemaligen Braunkohletagebaus Gräbendorf. Es ist einer der Lausitzer Seen mit einem Asphaltierten Rundweg. Ich liebe es unbeschwert auf solchen Wegen zu wandern. Der See liegt zur linken.
Wir folgen dem Südwestufer und kommen unter anderem an einem Campingplatz vorbei, wo man in Blockhäuschen wohnen kann. Sogar ein „Restaurant zum Blockhaus“ gibt es dort. Ist im Sommer bestimmt herrlich. Zur rechten gibt es lange Zeit einen Zaun, hinter dem sich, passend zur Weihnachtszeit, Kiefern verbergen. Wir treffen zwei Radfahrer, zwei Jogger und zwei Fußgänger. Einer von den Radlern fährt ein Dreirad und ruft, als wir ihn ansprechen: „Ich bin ein Kerl von 93 Jahren.“ Mich beeindruckt das zu tiefst, er macht noch einiges aus seinem Leben und bleibt nicht auf der Couch sitzen.
Nach 9,5 Kilometern stehen wir wieder am Auto.
Wir sollen unseren Vermieter eine Stunde vor der Ankunft anrufen, die Anreise ist ab 15:00 Uhr möglich. Das machen wir. Um kurz vor drei sind wir dann im Ferienpark Senftenberg. Doch unser Vermieter lässt auf sich warten. Er hat uns zwischenzeitlich eine Nachricht geschrieben, dass die Seniorchefin erst gegen 15:30 Uhr kommen kann. Diese Info hatten wir nicht gesehen, Roland hatte mit Google Maps navigiert und nicht in die Nachrichten geschaut. Es wird nochmals telefoniert und dann tauchen gegen 15:30 Uhr zwei Herren auf, u.a. der Besitzer selbst. Wir sind natürlich etwas verärgert, weil wir nun über eine halbe Stunde warten mussten. Das sagen wir auch.
Er zeigt das schöne Häuschen mit Bad, zwei Schlafzimmern und dem Wohnbereich. Als Wiedergutmachung wird er uns kostenlos an einem Tag die Sauna anschalten. Er bringt auch von einer Winzerei, mit der sie einen Partnervertrag haben, eine Flasche Rotwein und Glühwein. Perfekt, Entschuldigung angenommen!
Wir wärmen uns mit aromatisiertem Kaffee und Zimtbrötchen auf.
18:30 Uhr geht’s dann mit dem Auto zum Restaurant Sonnenhof. https://sonnenhof-1864.de/
Wir hatten Zuhause bereits die Restaurants vorgebucht. Das war auch gut so, denn manche waren geschlossen oder ausgebucht. Zu Weihnachten wollen wir es uns ja besonders gut gehen lassen.
Dort wählt Roland eine Koschener Pfanne (Schweineländchen mit Schinken ummantelt), Barbara eine Roulade und ich einen Rinder-Zwiebel-Braten. Letzterer ist das teuerste Gericht und das Stück Rind ist dick und recht zäh.
Das monieren wir und als großes Entgegenkommen müssen wir das Essen nicht bezahlen. Wirklich sehr großzügig! Bei leichtem Sprühregen fahren wir in unsere Unterkunft.
Dienstag, 23.12.2025
Nach Rolands gemütlichen Geburtstagsfrühstück fahren wir circa 30 Kilometer zum Parkplatz der Abraum Förderbrücke (Besucherbergwerk) F 60. Wir sind nun südlich von Finsterwalde. Am kommenden Sonnabend wollen wir eine Führung mitmachen, denn derzeit ist geschlossen. Wir müssen ein wenig den Startpunkt der Tour suchen, der Bergheider See liegt zur linken. Er ist ein geflutetes Restloch des ehemaligen Tagebaus Klettwitz-Nord. Benannt wurde der See nach dem Ort Bergheide. Laut Wikipedia begann die Flutung am 1. September 2001 und endete am 19. Mai 2014.
Heute geht es fast ausschließlich auf Waldwegen um das Gewässer. Es sind so einige Pfützen und schlammige Stellen, die uns das vorankommen erschweren. Aber mit sehender Unterstützung fällt es ja schon mal leichter, die Wege zu finden. Bei diesen Touren haben wir deshalb von Karl keine Wegbeschreibungen erstellen lassen. Bei 2° bläst der Wind an einigen Stellen doch kalt und kräftig.
Nach 13 Kilometern stehen wir wieder auf dem Parkplatz. Schön, dass man einfach ins wind geschützte Auto steigen kann und es dort bald warm wird. Wir sind dankbar, dass noch trockne Schuhe im Ferienhaus stehen.
Zurück genießen wir Kaffee und Stolle.
500 Meter sind es bis zum Restaurant Mojito:
https://www.mojito-senftenberg.de/, das wir für unser heutiges Abendessen ausgewählt haben.
Es ist Happy Hour, jeder bestellt einen anderen Cocktail, meiner heißt einfach Haus-Cocktail, hat unter anderem Kokossirup, Himbeeren, Vanille und noch andere Zutaten.
Als Barbara die Speisekarte vorlesen will, ist ihre Brille nicht da. Vermutlich verloren, später taucht diese aber in der Unterkunft auf. Der Kellner bringt ein Kästchen mit mehreren Brillen und so kann sie sich eine passende ausleihen – toll!
Roland und ich entscheiden uns für Hähnchen mit Ragout Feng überbacken und dazu Bratkartoffeln. Barbara wählt ein mit Käse überbackenes Zigeunerschnitzel mit Pommes (das Schnitzel mit Paprikagemüse darf hier tatsächlich noch so heißen).
Mittwoch, 24.12.2025
40 Kilometer geht es heute mit dem Auto nach Groß Särchen. Dafür brauchen wir eine Dreiviertelstunde, hätten wir mit dem ÖPNV fahren müssen, sagt Google eine Zeit von 3 Stunden voraus.
Wir stehen unmittelbar am Knappensee, der sich südöstlich von Hoyerswerda befindet. Knappenrode selbst liegt nördlich. Der See selbst auf dem Gemeindegebiet von Lohsa. In der Nähe waren wir schon als wir den Dreiweiberner See umrundeten.
Wir haben Einige Mühe, den Einstieg der Tour zu finden. Der sächsische See Speicher Knappenrode soll sich links befinden, ist aber anfangs nicht zu sehen,
schließlich aber haben wir ihn dann doch gefunden. Wir folgen dem Ufer zunächst auf einer schönen Promenade. Die Tour führt weiter auf Waldwegen und kleineren Faden. Nach 5 Kilometern kommen wir an der Energiefabrik Knappenrode vorbei. Es ist einer der vier Standorte des Sächsischen Industriemuseums. Sie umfasst das Areal der stillgelegten und inzwischen unter Denkmalschutz stehenden Brikettfabrik Knappenrode, südöstlich des Stadtzentrums von Hoyerswerda.
Später stehen wir im Wald an einem wirklich idyllischen Platz. An einem Bach mit Brücke, steht ein baufälliges Haus mit einem kleinen Türmchen. Zauberhaft.
Weiter geht es - an offenen Stellen weht ein eiskalter Wind, beißend im Gesicht. Wir sind froh, als wir nach 14,5 Kilometern, zwischendurch ließ sich auch die Sonne kurz blicken, wieder am Auto stehen.
Welch ein riesiger Vorteil wieder ins geschützte Auto steigen zu dürfen. Nicht noch lange auf irgendein Verkehrsmittel warten zu müssen. Zurück in der Unterkunft gibt es Kaffee, Stolle oder Brötchen mit einer von mir und meiner Schwägerin selbst bereiteten Pflaumen-Zimt-Marmelade.
Babara kocht für uns Thüringer Klöße, Rotkohl und Wildschweingulasch. Man kann auch Mal Gulasch aus Dosen essen.
Natürlich ist dann die Zeit für die Bescherung. Babara und ich hatten den Aufenthalt in Senftenberg als Geschenk erhalten. Ich bekomme unter anderem einen Gutschein für ein Candle Light Dinner. Roland eine Übernachtung auf der Burgwall Insel im Teterower See. Leider hat kürzlich das Hotel geschlossen, seine Verpachtung soll wieder ausgeschrieben werden.
Donnerstag, 25.12.
Barbara hatte in einer Zeitung entdeckt, dass im Stadthafen von Burg Kahnfahrten angeboten werden. Roland hat vorher gebucht und so nehmen wir Platz auf dem Kahn, eingehüllt in eine Wolldecke. Jeder bekommt einen Pappbecher und kann sich aus einer Thermoskanne Glühwein einschenken.
Unser Fährmann Sebastian stakt uns eine Stunde auf dem Vlies. Mit circa 50 cm ist es recht flach. Er sagt, dass es nicht Brücken, sondern Bänke sind, unter denen wir hindurch gleiten.
Nach der Rückkehr gehen wir zum Aufwärmen für einen heißen Kakao mit Sahne ins Restaurant. Ich freue mich sehr, dass wir danach Spreewaldgurken kaufen. Ich nehme Gewürz- und Knoblauchgurken sowie eine Kräutercreme und einen Meerrettich Senf.
Wieder zurück wärmen wir uns bei einem nepalesischen Kräutertee auf, er schmeckt wie ein Gewürztee. Dazu futtern wir Baumkuchenspitzen.
Zum Abendessen kehren wir im Seestern ein. Es hat die schöne Adresse Straße zur Südsee 1a. Auf https://www.seestern-sfb.de/
Heißt es: „In der Winter- und Weihnachtszeit verwandelt sich unser Restaurant in einen Ort voller Gemütlichkeit und festlicher Stimmung – mit traditionellen Weihnachtsgerichten, winterlichen Aromen und einem Ausblick, der zum Verweilen einlädt.“ Nun, wegen der Dunkelheit ist der Senftenberger See nicht zu sehen. Auch ihn haben wir schon umwandert.
Babara und ich wählen Ochsenbäckchen mit Gemüse und Kartoffelpüree. Roland einen Zwiebelrostbraten an Bratkartoffeln.
Freitag, 26.12.2025
Wir fahren zum Schloss Senftenberg. Eine Breite Einfahrt führt uns in den Schlossinnenhof, wo wir Kanonenrohre befühlen können.
Mit drei Euro pro Person ist der ermäßigte Eintritt äußerst günstig. Im Kellergeschoss erwartet uns eine Ausstellung zur Geschichte der Festung. Hier können wir Kanonen, Kanonenkugeln verschiedener Größe, Möbel und vieles weiteres bestaunen. In der darüberliegenden Etage werden 40 unterschiedlich geschmückte Weihnachtsbäume gezeigt. Neun Frauen aus der Kreativgruppe des Fördervereins haben in diesem Jahr an den Bäumen gearbeitet. Bereits kurz nach Ostern sammelten sie Ideen und setzten sie dann in vielen Stunden Handarbeit um.
Sterne sind aus Stroh oder Makramee gefertigt. Weihnachtskugeln aus Wolle oder anderen Materialien. Weiterer Schmuck aus Perlen, Papier, Naturmaterialien, alten Knöpfen und sogar 3-D gedruckten Kugeln. Besonders eindrucksvoll ist der „Baum des Jahres“, der mit handgefädelten Perlensternen geschmückt ist. Mir gefällt dieser Bereich besonders, vorsichtig können wir den Baumschmuck betasten.
Ebenso wird die Entstehung des Lausitzer Seenlandes gezeigt und es gibt zu guter Letzt noch einer Ausstellung die vermittelt, mit welchen verschiedenen Spielzeugen Kinder in der DDR sich in der Freizeit tummeln durften. Natürlich werden da auch bei mir Kindheitserinnerungen wach, so wird unter anderem auch die Geschichte vom Traumzauberbaum erzählt. An der letzten Station können wir in einen kleinen Bergwerksstollen hinab steigen, der als Modell im Museum installiert ist.
Danach geht es wieder zurück und bei Räucherkerzen und Kaffee genießen wir die Zeit in unserer gemütlichen Wohnung. Nun nutzen Roland und ich das Saunaangebot. Wirklich schön heiß.
Danach gibt es ein Abendessen mit Dingen, die wir einfach noch übrighaben. Rührei mit Schinken und Zwiebeln und kleine Buletten dazu. Zum Abschluss unserer schönen Zeit genießen wir noch ein Gläschen Sekt.
Sonnabend, 27.12.2025
Zu 9:45 Uhr erfolgt die Wohnungsabnahme und Roland bekommt die Kaution von 100 € zurück. Anschließend fahren wir zum nahegelegenen Lidl, um dort für die kommenden Tage einzukaufen; mein Bruder wird am Abend mit seiner Familie zu Besuch kommen – vier gute Esser. Da wir dann doch länger brauchen, es ist ja für uns in Sehender Begleitung immer wieder toll zu erkunden, was es im Laden so gibt, machen wir uns dann auf den Rückweg nach Berlin. Das ist auch ganz gut so, denn in der Lausitz waren es mit -6° und leichtem Reif eine schöne, überzuckerte Landschaft. Als wir nach Berlin kommen, ist es spiegelglatt. Hier sind es 0° und der Regen trifft auf den gefrorenen Boden. Wir kommen gut und Sicher durch und landen gegen 13:30 Uhr nach einer schönen Weihnachtszeit im Lausitzer Seenland wieder wohlbehalten in Berlin.
